Windeldermatitis – 14 einfache Tipps zur Behandlung

Eine Windeldermatitis wünscht sich kein Baby und keine Mama. Hier findest Du 11 einfache Tipps, damit es bei deinem Kind nicht dazu kommt.

Ein Hautausschlag im Windelbereich deutet auf eine Windeldermatitis hin. Das feuchtwarme Milieu rund um den Po begünstigt diesen Windelausschlag. Und das Reiben und Scheuern der Windel reizt die Baby-Haut zusätzlich. Gereizte Haut ist anfälliger für Keime und entzündet sich leichter. Bei entzündeter Haut, spricht man von Windeldermatitis. Haben sich Pilze angesiedelt, spricht man von Windelsoor.

Kein Baby ist davor gefeit. Der wunde Po gilt als eine der häufigsten Hautleiden bei Babys und Kleinkindern.

Mein Sohn hatte 2x einen Hautausschlag im Po-Bereich. Ich konnte richtig spüren, wie es ihn die ganze Zeit gejuckt hat. Noah tat mir sooo leid. Während dieser Zeit hat er deswegen auch kaum geschlafen. Und ich natürlich auch nicht. Ich wünsche das echt keinem Baby und keiner Mama.

Aber was kann man machen? Sehr viel! Denn der Hautausschlag hat meist klare Ursachen. Und mit dem Befolgen von ein paar simplen Tipps verschwand der Ausschlag bei Noah auch nach nicht einmal 2 Tagen wieder. Diese Tipps teile ich natürlich gerne mit dir.

Wie entsteht eine Windeldermatitis?

In der Windelregion ist die Haut des Babys grundsätzlich wärmer und feuchter. Scheuern dazu noch die Windeln, kommt es zu einer Hautirritation. Die Reizung der Haut im Windelbereich nennt man Windeldermatitis.

Was sind die Ursachen einer Windeldermatitis?

Du musst dir keine Vorwürfe machen, wenn es zu Hautirritationen im Windelbereich kommt. Denn oft ist ein wunder Po einfach da und kein Grund ersichtlich. Häufig ist die Rötung eine Begleiterscheinung anderer Veränderungen im Körper des Babys. Und Infekte, die Ernährung und das Zahnen haben ebenfalls einen Einfluss auf die Haut deines Babys. Eine Windeldermatitis hat meist einen der folgenden Gründe:

  • Windel nicht oft genug gewechselt: In Urin und Stuhl sind Stoffe enthalten, welche die Haut reizen. Aus dem Urin entwickelt sich danach Ammoniak. Dieser Stoff reizt die Haut des Babys so sehr, dass Windeldermatitis entsteht. Bakterien und Pilze siedeln sich an den Hautstellen an und lösen eine Infektion aus.
  • Durchfall: Dein Baby leidet gerade an Durchfall? In diesem Fall ist es schwierig, die Windel durchgehend trocken zu halten. Der Stuhl ist zudem aggressiver. Durchfall und Erkrankungen wie Morbus Crohn begünstigen Hautleiden in der Windelregion.
  • Falsche Pflege: Eine Windeldermatitis entsteht durch häufiges oder zu intensives Reinigen. Auch ein häufiges Waschen mit Seife begünstigt einen wunden Po. Achte darauf, welche Pflegemittel du für dein Baby verwendest. Denn manchmal entwickeln Kinder Allergien gegenüber Seifen, Salben, Cremes oder Windeln. So lösen ungeeignete Pflegemittel ebenfalls eine Hautzreizung im Pobereich aus.
  • Falsche Windeln: Eher selten sind Allergien auf Windelmaterialien. Obwohl für diese Reaktionen eher Pflegeprodukte verantwortlich sind, solltest du auch das prüfen.
  • Bestimmte Nahrungsmittel: Einige Kinder entwickeln eine Unverträglichkeit gegenüber Kosmetik. Bei anderen Kindern ist es das Nahrungsmittel, das ein Kind nicht verträgt. Denn Saures und Scharfes begünstigen eine Windeldermatitis. Die Reaktion ist aber von Kind zu Kind unterschiedlich. Beobachte dein Kind in dieser Hinsicht am besten.
  • Vorbestehende Hautleiden: Manchmal haben Babys bestehende Hautleiden wie Milchschorf oder Atopische Dermatitis. Babys mit diesen Hautleiden haben ein größeres Risiko für eine Hautentzündung.

Was sind die Symptome einer Windeldermatitis?

Daran erkennst du eine Windeldermatitis bei deinem Baby:

  • Der Babypo ist flächenhaft rot und wund.
  • Der Po juckt und schmerzt.
  • Beim Urinieren brennt es.
  • Im Windelbereich sind Pusteln und Pickel.
  • Manchmal sind sogar offene Hautstellen vorhanden.
  • Die Windel riecht nach Ammoniak.
  • Dein Kind zeigt nässende Hautareale.
  • Dein Baby hat schuppige Hautstellen.
  • Das Hautleiden geht vom Windelbereich aus.

Ist dein Baby/Kleinkind schlimm betroffen, bilden sich Bläschen auf der Haut. In diesen Fällen breitet sich das Hautleiden aus. Das Baby ist gereizt und schläft tagsüber und nachts schlecht.

Eine Windelentzündung schränkt das Wohlbefinden deines Kindes ein. Beim Berühren der Haut oder Stuhlgang schmerzt oder brennt die Haut. Kein Wunder, dass dein Kleines da nicht gut drauf ist!

Baby mit Stoffwindeln
Das Mulltuch auf dem Kopf nützt zwar nichts gegen die Windeldermatitis 😉
Die Stoffwindel am Po jedoch schon.

Ist ein Windelausschlag gefährlich?

Nein. Denn eine früh diagnostizierte Windeldermatitis bekommt man schnell in den Griff.

Aber Achtung: Gefährlich wird der Windelausschlag, wenn man ihn nicht behandelt. Auf die leichte Schulter nehmen darf man einen wunden Po beim Baby deshalb nie. Denn ohne Therapie entstehen schnell hartnäckige Hautleiden. Dafür sorgt der Ammoniak. Dieses Gas spaltet sich aus dem Harnstoff ab und reizt die Baby-Haut. Pilze und Bakterien finden dadurch ein optimales Klima vor. Unbehandelt entsteht deswegen rasch eine heftige Entzündung. Das tut schrecklich weh und das Baby leidet.

Du bist dir nicht sicher ob es sich um Windeldermatitis handelt? Das Hautleiden ist hartnäckig? Im Zweifelsfall ziehe deinen Hausarzt zu Rate. Wenn dein Kind nicht auf die Therapie oder Pflegetipps reagiert, ist der Gang zum Kinderarzt unerlässlich. Dadurch kannst du andere Krankheiten oder Allergien ausschließen.

Wie lange dauert eine Windeldermatitis?

Mit diesen Pflegetipps lässt sich die Hautzreizung im Windelbereich in ein bis zwei Tagen in den Griff bekommen. Vorausgesetzt, die Mama oder der Papa erkennen den wunden Po rechtzeitig. Breitet sich der Hautausschlag aber auf andere Körperbereiche außerhalb der Windelregion aus, kommt es zu einem längeren Verlauf. Häufig haben Mamas das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Und trotz allem hat das Baby das Windelekzem. Damit es erst gar nicht zum geröteten Babypo kommt, geben wir dir im nächsten Abschnitt Tipps zur Prävention.

Die 14 besten Tipps zur Prävention gegen Windeldermatitis

  1. Windeln häufiger wechseln.

    Wickele dein Neugeborenes im Schnitt sechs- bis zehnmal pro Tag. Bei etwas älteren Babys lass es noch etwa vier- bis sechs Mal sein. Nach dem grossen Geschäft wechsle die Windeln so schnell wie möglich. Und bei Durchfall sofort.
  2. Sorgfältig abtrocknen.

    Trockne den Baby Popo nach dem Reinigen mit einem Mulltuch sorgfältig ab. Denn Reste von Feuchtigkeit begünstigen das Entstehen von Pilzinfektionen.
  3. Benutze den Haarföhn.

    Benutze den Haarföhn, um den Popo deines Lieblings zu trocknen.
    Achtung heiss: Stelle den Föhn nicht zu heiss ein. Denn du föhnst hier Haut und keine Haare.
    Und Achtung Strom: Föhn und Urin kann tödlich sein. Leg dein Baby deshalb am besten auf den Bauch. Dann bleibt der Föhn trocken. Auch wenn dein Sohn gerade während dem Föhnen muss.
  4. Lass dein Baby ohne Windel.

    Das Baby nackt strampeln und krabbeln lassen hilft, einem wunden Po vorzubeugen. So kommen Luft und Licht an den Po heran.
  5. Verzichte auf Babypuder.

    Beim Reinigen des Babypopos ist weniger mehr. Du benötigst keine Waschlotionen, Cremes, Puder und Feuchttücher. Du kannst getrost auf Wasser, Öl und ein Tuch zurückgreifen.

Sind Babypuder gefährlich?

Babypuder enthält das zerriebene Mineral Kalk, welches die Atemwege schädigt! Kalk in großen Mengen eingeatmet ist gefährlich. Denn beim Einatmen des Puders besteht die Gefahr des Erstickens. Von der Nutzung bei Kleinkindern rät das Bundesinstitut für Risikobewertung deshalb dringend ab. (1)

  1. Verzichte auf Feuchttücher.

    Obwohl Feuchttücher praktisch klingen, verzichte auf ihren Einsatz. Denn die enthaltenen Chemikalien können den Po noch stärker reizen. Alles was du für das Reinigen des Babypopos benötigst ist ein Öl, Wasser und ein Tuch!
  2. Verwende Bio-Aloe-Vera-Öl.

    Hochwertiges Aloe Vera Öl in Bio-Qualität eignet sich super für den sensiblen Windelbereich. Das Öl wirkt entzündungshemmend und stärkt die natürliche Schutzbarriere der Haut.
  3. Verwende Calendula-Öl.

    Statt Aloe-Vera-Öl kannst du auch Calendula-Öl (Ringelblumen-Öl) verwenden. Die Wirkung ist ähnlich. Mit Calendula-Öl von WELEDA* habe ich wirklich gute Erfahrungen gemacht.
  4. Verwende Wundheilcreme.

    Hat dein Baby bereits Windeldermatitis, darfst du natürlich zur Creme greifen! Sie beruhigen die gerötete Babyhaut.
  5. Stille dein Baby.

    Stillen verringert das Risiko einer Windeldermatitis (2).
  6. Nahrung umstellen.

    Hat dein Baby Windeldermatitis und du stillst es, verzichte auf Saures und Scharfes. Stelle deine Ernährung um, sodass Urin und Stuhl des Babys nicht zu sauer werden. Füttere dem Baby Nahrungsmittel, die es verträgt. Und lass vielleicht einen Test auf Allergien machen.
  7. Stoffwindel statt Einwegwindel.

    Zum Ausheilen von Windeldermatitis haben sich waschbare Stoffwindeln bewährt. Denn Stoffwindeln verbessern die Luftzirkulation, da die Haut nicht abgeschlossen ist.
  8. Verzichte auf tägliches Baden.

    Jeder Badevorgang greift die Schutzbarriere der Haus deines Babys an und trocknet diese aus. Dein Baby wird dadurch anfälliger für eine Dermatitis. Baden alle zwei Tage ist meist völlig ausreichend.
  9. Vermeide übermässigen Einsatz von Seife, Shampoo und Duschgel.

    Verwende stattdessen Tonerde*. Damit wird dein Baby genauso sauber. Der Vorteil: Tonerde reizt die Haut kaum. Und ist erst noch freundlicher zur Umwelt.

Behandlung von Windeldermatitis

Dein Kind hat einen Windelauschlag trotz oben genannter Tipps? Kein Grund zur Verzweiflung! Du hast alles richtig gemacht. Wichtig ist jetzt die Behandlung der Entzündung. Dafür kannst du die gleichen Tipps verwenden wie sie auch für die Prävention gelten. Den Heilungsprozess kannst du zusätzlich ankurbeln durch:

  • Kamillebäder. Dazu 1 Liter Kamilletee ins Badewasser gießen. Kamille wirkt heilend und gegen Entzündungen.
  • Ein paar Tropfen Muttermilch auf die Hautstelle. Denn Muttermilch wirkt entzündungshemmend. Die Milch kannst du dafür mit einer Milchpumpe abpumpen.
  • Viel Licht und Luft an die Haut lassen.
  • Verzichte auf luftundurchlässige Plastikwindeln.

Sind dir Hausmittel nicht effektiv genug? Dann gibts natürlich auch noch die Apotheke oder den Kinderarzt:

  • Euer Hausarzt verschreibt euch eine antientzündliche Salbe.
  • Ist der Bakterienbefall weit fortgeschritten, kommt eventuell Antibiotika zum Einsatz.
  • Salben mit dem Inhaltsstoff Dexpanthenol (z.B. Bepanthen Wund- und Heilsalbe*) oder Zink* fördern das Abheilen.

Bei diesen 4 Symptomen solltest du zum Arzt

  1. Bei Fieber. Wenn zur Windeldermatitis Bläschen, Krusten und Fieber hinzukommen, ist es höchste Zeit zu handeln! Du musst mit deinem Baby zum Arzt, da Fieber auf einen schweren Verlauf hindeutet.
  2. Wenn die Windeldermatitis nicht abklingt. Die juckenden und schmerzenden Hautstellen sind hartnäckig? Trotz der Pflegetipps geht die Windeldermatitis nicht mehr weg? Dann müsst ihr zum Arzt für eine Behandlung von Windeldermatitis.
  3. Wenn Durchfall hinzu kommt. Durchfall erhöht das Risiko einer Windeldermatitis und verschlimmert eine bereits aufgetretene Dermatitis zusätzlich. Dann ist es angezeigt, die Ursache des Durchfalls abzuklären.
  4. Wenn sich die Windeldermatitis außerhalb des Po-Bereichs ausbreitet. In der Regel tritt die Windeldermatitis im Windelbereich auf. Breitet sich das Hautleiden aus, müsst ihr dringend zum Arzt. Denn auch dies deutet auf einen schweren Verlauf hin.

Video: Windeldermatitis geht nicht weg

Windeldermatitis geht nicht weg

Das meinen ich dazu

Wenn dein Baby einen geröteten Popo hat und weinerlich ist, liegt das meist an einem Windelausschlag. Kein Grund zur Verzweiflung! Du hast wahrscheinlich alles richtig gemacht. Natürlich bedenkt man als Mama nicht immer alles. Mit ein paar Tipps kannst du die Windelentzündung aber sehr oft verhindern.

Gefeit vor diesem Hautleiden sind Babys nie. Zu vielfältig sind die Ursachen dieser Hautirritation. Ist der Po wund, erfolgt eine Therapie von Windeldermatitis. Dafür eignen sich Wundheilcremes, waschbare Stoffwindeln für mehr Luftzirkulation und hautberuhigende Kamillebäder. Lass genug Licht und Luft an die Hautstellen.

Treten Durchfall oder Fieber gemeinsam mit der Windeldermatitis auf, konsultiere den Kinderarzt. Das gilt, wenn sich die Dermatitis ausbreitet oder hartnäckig ist. In diesem Fall überlasse dem Kinderarzt die Behandlung des Hautausschlags.

Referenzen

(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5472239/
(2) https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2011/20/talkumhaltiger_babypuder_ist_ein_gesundheitsrisiko-71297.html

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