Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist ein häufiges Problem. Hier zeige ich dir 8 Hausmittel die einfache Abhilfe schaffen.

Viele Schwangere haben in den letzten Wochen vor der Geburt mit Sodbrennen zu kämpfen. Die ist häufig verbunden mit Aufstoßen und einem Völlegefühl.

Obwohl meine Schwangerschaft ziemlich easy war, hatte ich doch ab und zu mit Sodbrennen zu kämpfen. Das Gefühl ist echt unangenehm. Denn bei diesem Aufstoßen entsteht ein brennendes Gefühl in der Kehle oder hinter dem Brustbein.

In diesem Beitrag erkläre ich dir, woher dieser Schmerz kommt. Und was du dagegen tun kannst. Natürlich verrate ich dir auch wieder, was bei mir persönlich am besten geholfen hat 🙂

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen ist Rückfluss (Reflux) von Magenflüssigkeit in die Speiseröhre. Dies wird durch Aufstoßen verursacht. Ist das Aufstoßen besonders heftig, gelangt Magenflüssigkeit sogar bis in den Mund.

Es gibt Menschen mit chronischem Sodbrennen. Dies ist dann kein temporäres Phänomen mehr, sondern eine Krankheit. Die Refluxkrankheit.

Warum schmerzt Sodbrennen?

Magensaft ist der Auslöser des brennenden Schmerzes beim Sodbrennen und Aufstoßen. Eigentlich ist Magenflüssigkeit in deinem Magen. Er hat die Aufgabe, die Nahrung zu verdauen.

Damit Magensaft die Nahrung zersetzen kann, ist er ziemlich sauer. Deshalb wird er auch Magensäure genannt. Der pH-Wert der Magensäure beträgt ungefähr 1. Der pH-Wert gibt auf einer Skala von 0 bis 14 an, ob eine Flüssigkeit sauer oder alkalisch ist. Ein Wert von 0 ist sehr sauer, ein Wert von 14 sehr alkalisch.

Zum Vergleich einige Flüssigkeiten mit ihren pH-Werten:

  • Magensäure: pH-Wert 1
  • Zitronensaft: pH-Wert 2
  • Essig: pH-Wert 3
  • Seife: pH-Wert 12

Du siehst also, Magensäure ist noch saurer als Zitronensaft. Und wenn eine saure Flüssigkeit mit den Schleimhäuten in Kontakt kommt, dann brennts. Vielleicht ist dir auch schon beim Auspressen einer Zitrone ein kleiner Spritzer in die Augen gekommen.

Gelangt Magensäure nun beim Aufstoßen in die Speiseröhre, geschieht das gleiche wie beim Zitronenspritzer in den Augen. Es brennt hinter dem Brustbein. Den Schmerz nennt man Sodbrennen.

Selbst wenn du vielleicht noch nie Aufstoßen erlebt hast. Den Schmerz kennst du bestimmt. Denn er tritt auch nach dem Übergeben auf.

Welches sind die Symptome von Sodbrennen

Der Schmerz beim Sodbrennen wird unterschiedlich wahrgenommen. Meist sind die Symptome:

  • Hinter dem Brustbein treten brennende Schmerzen auf.
  • Druckgefühl im oberen Bereich des Bauches (mittig unterhalb der Brüste).
  • Oft wird Sodbrennen von (saurem) Aufstoßen begleitet.

Je nach Intensität des Aufstoßens können die Schmerzen bis in die Kehle ausstrahlen. Dann hast du das Gefühl, dass deine Kehle zu brennen beginnt.

Was sind die Ursachen fürs Aufstoßen

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb der Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt und Sodbrennen auslöst.

  • In den letzten Wochen der Schwangerschaft wird die Blase und der Magen zusammengedrückt. Der Druck auf die Blase führt zu häufigeren Harndrang. Der Druck auf den Magen zu Aufstoßen. Und damit zu Sodbrennen in der Schwangerschaft.
  • Auch möglich ist ein geschwächter Schließmuskel. Bedingt durch Schwangerschaftshormone.

Es gibt auch Ursachen, welche nichts mit einer Schwangerschaft zu tun haben. Zum Beispiel:

  • Überfüllter Magen nach einer üppigen Mahlzeit.
  • Saures Essen (Zitrusfrüchte, Äpfel, Kaffee).
  • Kohlensäurehaltige Getränke oder Bier.

8 Hausmittel gegen Aufstoßen und Sodbrennen

Sodbrennen ist fast immer nur eine kurzzeitiges Problem. Es löst sich von alleine wieder. Ausser das Brennen ist derart häufig dass es sich eventuell um die Refluxkrankheit. In diesem Falle solltest du dich von einem Arzt medizinisch beraten lassen.

Wenn Sodbrennen aber nur gelegentlich (1-2x pro Monat) oder im letzten Drittel der Schwangerschaft auftritt, ist es zwar unangenehm, aber harmlos. Und das gute: du kannst die Beschwerden mit geeigneten Hausmitteln lindern.

  1. Nimm basische Lebensmittel zu dir, mit denen du die Magensäure im Bereich der Speiseröhre neutralisieren kannst. Dazu gehören die meisten Gemüsesorten. Zum Beispiel Karotten, Sellerie, Blumenkohl, Erbsen (frisch), Gurken, weisse Bohnen, Tomaten oder Blattsalat.
  2. Trinke mit Natron (Backpulver) versetztes Wasser. Dazu löse einen Teelöffel Backpulver in einem Glas lauwarmem Wasser auf. Das Getränk schmeckt etwas seifig, das ist aber in Ordnung. Es bindet die Magensäure und schützt die Schleimhautzellen der Speiseröhre.
  3. Kaue Kaugummi oder lutsche Bonbons. Das sorgt für eine vermehrte Speichelproduktion. Dieser verdünnt die Magensäure und mildert die Beschwerden.
  4. Trink Kamillentee oder andere milden Teesorten (z.B. Fenchel- oder Lindenblütentee). Diese verdünnen die Magensäure und wirken beruhigend auf die angegriffenen Schleimhäute.
  5. Verzichte auf Kaffee, Schwarzee oder Grüntee. Denn diese enthalten Koffein. Dies entspannt den Schließmuskel. Vermehrtes Aufstoßen kann die Folge sein.
  6. Weißbrot, Bananen, Zwieback, Reiswaffeln und Kartoffeln binden den Überschuss an Magensäure, weil sie stärkehaltige Produkte sind. Dadurch lässt sich Sodbrennen lindern.
  7. Mandeln zählen ebenfalls zu den Lebensmitteln, die den pH-Wert anheben und das säurebedingte Brennen abschwächen.
  8. Esse häufiger, dafür weniger. Dein Magen wird so entlastet.

In meinen letzten Schwangerschaftswochen habe ich meine Nahrung umgestellt. Komplett auf Kaffee und Zitrusfrüchte verzichtet. Die (sauren) Milchprodukte habe ich auf ein Minimum reduziert. Dafür habe ich viel Frischgemüse gegessen. Am meisten geholfen hat mir aber wahrscheinlich der letzte Punkt: Drei große Mahlzeiten habe ich durch 5-6 kleine ersetzt.

Kennst du noch weitere Hausmittel? Sollte die Liste ergänzt werden? Gib mir doch Bescheid: julia@wearemoms.de. Ich freue mich auf deine Nachricht 🙂

Tipp

Verändere im letzten Drittel der Schwangerschaft ein wenig deinen Speiseplan. So beugst du den Beschwerden durch Sodbrennen vor.

Nahrung umstellen ist ein wirksames Mittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft. Saure Lebensmittel durch basische (z.B. Gemüse) zu ersetzen hilft viel.
Nahrung umstellen ist ein wirksames Mittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft. Saure Lebensmittel durch basische (z.B. Gemüse) zu ersetzen hilft viel.

Wann benötige ich Medikamente?

Da sich der Magen nach der Entbindung wieder entspannt und seine ursprüngliche Lage annimmt, brauchst du im Normalfall keine Medikamente gegen das Sodbrennen in der Schwangerschaft.

Medikamente solltest du in der Schwangerschaft eh nur im Notfall einnehmen. Ist das Sodbrennen aber so stark, dass es dich in deiner Lebensqualität einschränkt, kannst du natürlich einen Arzt konsultieren.

Dieser wird mit dir über deine Ernährung sprechen und möglicherweise Omeprazol verschreiben. Das ist ein Mittel, das langfristig in seiner Wirkung innerhalb einer Schwangerschaft untersucht wurde. Es legt sich auf die Schleimhäute und verhindert das Zersetzen der Schleimhautzellen durch die Magensäure.

Bei chemischen Präparaten sind Nebenwirkungen zu beachten. Deshalb ist es besser, die Tipps aus dem vorhergehenden Kapitel zu beachten, also Medikamente zu nehmen. Wenn es trotzdem nicht ohne geht, greife bevorzugt auf pflanzliche Mittel zurück. Beispielsweise Schüssler Salze können bei Sodbrennen sanfte Abhilfe schaffen und sind Medikamenten vorzuziehen.

FAQ – Die wichtigsten Fragen zu Sodbrennen in der Schwangerschaft

Muss ich wegen Sodbrennen in der Schwangerschaft zum Arzt?

Normalerweise brauchst du nicht zum Arzt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel tritt Sodbrennen bei vielen Schwangeren auf, weil die inneren Organe zusammengedrückt werden.

Sollte der Rückfluss der Magensäure jedoch so stark und andauernd sein, dass die Speiseröhre und die Kehle ständig brennen und schmerzen, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Mit ihm klärst du, ob es Medikamente zum Schutz der Schleimhaut braucht. Möglicherweise bekommst du auch Präparate, die die Verdauung ankurbeln. Speziell gegen Ende der Schwangerschaft kommt es häufig zu Verdauungsproblemen, weshalb die Nahrung länger im Magen und Darm liegt als gewohnt.

Helfen Schüssler Salze gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Schüssler Salze können dir bei Sodbrennen helfen. Sie sind eine sanfte Alternative zu chemischen Präparaten. Bei dieser Therapie wird von fehlenden Mineralstoffen ausgegangen. Dieser Mangel stört den biochemischen Prozess und bringt den Stoffwechsel durcheinander. Schüssler Salze sorgen für ein ausgewogenes chemisches Gleichgewicht und lindern dadurch auch die Symptome von Sodbrennen.

Abhängig von deinen individuellen Symptomen kannst du zwischen folgenden Salzen auswählen:

  • Nr. 8 Natrium chloratum D6
  • Nr. 9 Natrium phosphoricum D6
  • Nr. 10 Natrium sulfuricum D6
  • Nr. 23 Natrium bicarbonicum D12
  • Nr. 24 Arsenum jodatum D12

Die Schüssler Salze sind rezeptfrei erhältlich.

Soll ich Tabletten gegen Sodbrennen nehmen?

Wenn du schwanger und gesund bist, braucht es keine Tabletten. Hausmittel sind eine gute Alternative. Nur wenn diese keine Abhilfe bringen oder die Schmerzen unerträglich werden solltest du zu Tabletten greifen. Konsultiere dazu aber vorher deinen Arzt.

Wie lange dauert es, bis das Sodbrennen weg ist?

Sobald das Sodbrennen beginnt, befolge unseren Tipp mit dem Backpulver aus dem Kapitel Hausmittel gegen Aufstoßen und Sodbrennen. Dadurch hört das Sodbrennen schon nach wenigen Minuten auf.

Es kann passieren, dass sich das Ungeborene genau dann reckt und streckt, wenn du gerade gegessen hast. Dann wird der Magensaft in die Speiseröhre gedrückt und du spürst ein Brennen in der Kehle. Dies hört aber auf, sobald dein Baby aufhört sich zu bewegen. Oder auch, sobald dein Magen durch Verdauung nicht mehr ganz so prall gefüllt ist.

Nach der Geburt tritt Sodbrennen nur noch in dem Rahmen auf, in welchem du es auch schon vor der Schwangerschaft hattest.

Ist Sodbrennen in der Schwangerschaft gefährlich für mein Baby?

Nein, überhaupt nicht. Dein Baby ist während der gesamten Schwangerschaft geschützt. Sodbrennen ist für dich unangenehm, dem Baby kann es jedoch nichts anhaben.

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