Muttermilch aufbewahren – geht das?

Muttermilch aufbewahren, geht das? Ohne dass die Qualität leidet? Ja. Es geht. Aber nur wenn du dies hier beachtest.

Jede Mutter weiss es. Stillen ist das beste fürs Baby. Und das noch möglichst lange. Aaaaaber, es ist halt manchmal auch mühsam. Nachts ständig aufwachen und die Brust geben. Das zehrt ganz schön an den Nerven. Und tagsüber ist man auch nie wirklich frei.

Halt, das stimmt doch alles gar nicht. Ja, Muttermilch ist zwar super für dein Baby. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass die Milch immer direkt von deiner Brust kommen muss. Dank Brustpumpen, Babyflaschen und Aufbewahren von Muttermilch geht das auch anders.

Als mein Sohn Noah noch gestillt wurde, war bei mir die Babyflasche ein treuer Begleiter. Damit auch ich ab und zu durchschlafen konnte, hat mein Partner drei Nächte pro Woche Noah die Flasche gegeben.

Und wenn die Großeltern einen Nachmittag pro Woche auf Noah aufgepasst haben, hat er die Milch auch aus der Flasche gekriegt. Das hat echt super funktioniert. Milch abpumpen, aufbewahren, bei Bedarf in die Flasche füllen und füttern.

Hier zeige ich dir, in welchen Situationen Muttermilch aufbewahren sinnvoll ist. Und wie das mit dem Aufbewahren genau geht und worauf du achten musst.

Muttermilch aufbewahren – 10 Situation wo es notwendig ist

  1. Bei Frühgeborenen Babys.

    “Frühchen” haben noch nicht die Kraft, von der Brust zu trinken. Abpumpen und Muttermilch aufbewahren ist eine Empfehlung für Mamas von “Frühchen”. Für sie ist Muttermilch die beste Ernährung.
  2. Um die Milchbildung anzuregen.

    Um die Milchbildung nach der Geburt anzuregen, kannst du eine Milchpumpe zur Hilfe nehmen.
  3. Bei zu viel Milch in der Brust.

    Wenn deine Brust zu voll ist, kannst du abpumpen und die Muttermilch aufbewahren. Danach wird es dir leichter fallen, dein Baby anzulegen. Es erhält dann die fettreichere Muttermilch. Diese sättigt länger.
  4. Bei Milchstau und Brustentzündungen.

    Milchstaus oder Brustentzündungen sind sehr schmerzhaft. Sie treten immer wieder einmal auf. Die Brust nach dem Stillen mit einer Milchpumpe vollständig zu entleeren, unterstützt den Heilungsprozess. Natürlich kannst du die abgepumpte Muttermilch aufbewahren.
  5. Bei wunden Brustwarzen.

    Wunde Brustwarzen sind eine schmerzhafte Angelegenheit beim Stillen. Deshalb ist es angenehmer, die Milch für dein Baby abzupumpen.
  6. Wenn gesundheitliche Probleme das Stillen verhindern.

    Einige gesundheitlichen Probleme müssen medikamentös behandelt werden. Du musst deswegen nicht abstillen. Vor der Behandlung kannst du abpumpen und Muttermilch aufbewahren.
  7. Wenn du mal wieder durchschlafen willst.

    Du wünschst dir, trotz Stillens, endlich wieder eine Nacht durchzuschlafen? Ganz einfach: beziehe den Papa mit ein. Er kann eurem Baby deine abgepumpte Muttermilch im Fläschchen geben.
  8. Wenn du dir Freiräume schaffen willst.

    Mit dem Abpumpen und Muttermilch aufbewahren schaffst du dir Freiräume. Dein Partner oder deine Nanny können das Füttern aus der Flasche für dich übernehmen. Das ist wichtig, denn auch Mamis brauchen Zeit für sich selbst.
  9. Wenn du arbeiten gehen musst.

    Du stillst noch und willst dennoch in deinen Job zurückkehren? Du kannst abpumpen und Muttermilch aufbewahren. So gelingt es, deine Zeit der Abwesenheit zu überbrücken.
  10. Wenn die Großeltern auf deinen Liebling aufpassen.

    Trotz Trennungsphasen kannst du problemlos weiter stillen. Du musst nur rechtzeitig planen, abpumpen und Muttermilch aufbewahren. So ist dein Liebling stets gut versorgt.
Glückliches, gestilltes Baby
Glücklich und mit Muttermilch gestillt, auch wenn du grad nicht stillen kannst. Die Aufbewahrung von Muttermilch machts möglich.

Muttermilch abpumpen und aufbewahren

Muttermilch abpumpen ist also in vielen Situationen hilfreich. Doch wie funktioniert das Abpumpen von Muttermilch? Wie und wo kannst du Muttermilch aufbewahren? Was brauchst du, wenn du Muttermilch aufbewahren willst?

Um die Muttermilch abzupumpen und aufzubewahren benötigst du folgendes Zubehör:

  • Eine Milchpumpe
  • Sauger für die Milchpumpe
  • Eine Milchflasche, wenn du die Milch gleich deinem Baby geben willst
  • Sterile Milchbeutel, wenn du die Milch längere Zeit aufbewahren willst
  • Optional einen Still-BH

Welche Milchpumpe ist die richtige für dich?

Es gibt handbetriebene oder elektrische Milchpumpen. Wenn du nur gelegentlich abpumpst, genügt eine manuelle Milchpumpe. In diesem Beitrag testen wir die besten Milchpumpen.

Du willst regelmäßig abpumpen und Muttermilch aufbewahren? Dann ist eine elektrische Pumpe die richtige Wahl. Das Abpumpen geht schneller. Und es ist weniger anstrengend.

Du willst eine große Menge Muttermilch aufbewahren, weil du viel Milch hast? Eine Doppelmilchpumpe ist ideal für dich. Die schnellste Variante, wenn du Vorräte anlegen möchtest. Ich selbst habe diese Milchpumpe von Lansinoh* und bin sehr zufrieden damit. Sie pumpt wirklich effektiv und schnell.

Wie teuer sind Milchpumpen?

Manuelle oder elektrische Milchpumpen sind durchaus bezahlbar. Elektrische Milchpumpen können auch gemietet werden: entweder von privat oder auf Rezept. Erkundige dich bei deiner Krankenkasse. Manchmal werden die Kosten anteilig übernommen.

Die günstigsten manuellen Milchpumpen gibt es bereits ab ca. 15 Euro. Elektrische Modelle findest du ab ungefähr 40 Euro.

Worauf du beim Kauf einer Milchpumpe achten solltest

Welche Milchpumpe die richtige für dich ist, hängt von deinen individuellen Bedürfnissen ab. Auch das Stadium der Stillzeit ist entscheidend.

Für mich war sehr wichtig, dass die Pumpe regulierbar ist. Also dass die Saugstärke eingestellt werden kann. Weil ich sonst Schmerzen in der Brust gehabt hätte. Deswegen habe ich mich auch für das leider etwas teure Set von Lansinoh entschieden.

Beim Pumpenset musst du auf die richtige Größe achten. So vermeidest du Schmerzen oder Verletzungen. Lass dich dazu gut beraten. Unterstützung und Tipps erhältst du bei Gynäkologen, Hebamme oder Stillberatung.

Multitaskingfähig durch freihändiges Abpumpen

Wenn du Muttermilch aufbewahren willst, wirst du häufiger abpumpen müssen. Geeignete Hilfsmittel sorgen dabei für Bequemlichkeit.

Es gibt spezielle Still-BHs zum Abpumpen der Muttermilch. So hast du die Hände frei und kannst andere Dinge erledigen. Auch die Milchpumpe lässt sich besser bedienen. Du bleibst “multitasking-fähig”. Die besten Still-BHs haben wir hier für dich getestet.

Hygiene – wichtig beim Abpumpen von Muttermilch

  • Achte immer auf gute Hygiene! Wasche dir vor jedem Abpumpen gründlich die Hände. Wenn möglich, solltest du auch deine Brust mit klarem Wasser abwaschen.
  • Vor dem ersten Gebrauch reinigst du dein Milchpumpen-Set mit heißem Wasser und einem gut verträglichen Spülmittel. Es kann auch in die Spülmaschine.
  • Die Auffangbehälter für die Muttermilch (BPA-freie Muttermilch-Flaschen) müssen ausgekocht werden. Spezielle Muttermilch-Beutel sind eine geeignete Alternative. Sie sind besonders platzsparend, weil sie sich flach stapeln lassen.
  • Die Einzelteile des Pumpsets müssen nach dem Abpumpen gereinigt werden. Das geht mit heißem Wasser und Spülmittel. Mit einem sauberen Handtuch kannst du die Teile abtrocknen. Auch an der Luft trocknen lassen ist eine Möglichkeit.
  • Teile, die mit deiner Brust oder der Muttermilch in Berührung kommen, müssen täglich desinfiziert werden. Entweder nutzt du dafür einen Dampfsterilisator. Oder du kochst sie 5 bis 10 Minuten in einem Topf aus.
  • Den Verbindungsschlauch zur Pumpe musst du nur dann reinigen, wenn sich darin Muttermilch oder Kondenswasser angesammelt hat.

All das klingt nach viel Aufwand? Ist es aber gar nicht. Ich benötigte für die Zubereitung einer Babymahlzeit ähnlich viel Zeit. Und kein Milchpulver kann es mit deiner Muttermilch aufnehmen.

Wie geht es nach dem Abpumpen weiter?

Wenn du abgepumpte Muttermilch zeitnah verwendest, muss sie nicht gekühlt werden. Bis zu acht Stunden kannst du bei Zimmertemperatur Muttermilch aufbewahren.

Planst du die Portion erst für den nächsten Tag ein? Dann stellst du sie am besten gleich in den Kühlschrank. Und zwar dort wo es am kältesten ist. Meistens ist dies im hinteren unteren Bereich des Kühlschranks. Muttermilch gehört auf keinen Fall in die Kühlschranktür! Hier schwankt die Temperatur zu stark.

Muttermilch kannst du problemlos einfrieren. Du brauchst dafür nur spezielle Fläschchen und Behälter. Diese sind ausschließlich für die Aufbewahrung von Muttermilch konzipiert. Du kannst ebenso Muttermilch-Beutel nehmen. Die Muttermilchbeutel sind bereits sterilisiert. Sie lassen sich also schnell und einfach anwenden.

Die Muttermilch dehnt sich beim Einfrieren aus. Deshalb dürfen die Behälter – egal ob Fläschchen oder Beutel – nur zu ¾ gefüllt sein. Kleine Portionen haben den Vorteil, dass später keine Reste übrigbleiben. Achte darauf, wenn du Muttermilch aufbewahren willst.

Vergiss nicht, die Muttermilch-Behälter mit dem jeweiligen Datum zu versehen. Danach kannst du sie weit hinten im Gefrierfach unterbringen. Dort ist es am kältesten und deshalb ideal zum Muttermilch aufbewahren.

Hygiene ist das oberste Gebot, wenn du Muttermilch aufbewahren willst.

Muttermilch aufbewahren – Haltbarkeit

So lange kannst du frisch abgepumpte Muttermilch aufbewahren:
Bei Zimmertemperatur (ca. 21°C)6 – 8 Stunden
Im Kühlschrank3 Tage
Im Tiefkühler (-17° oder kälter)6 Monate
So lange kannst du aufgetaute, nicht erwärmte Muttermilch aufbewahren:
Bei Raumtemperatur (ca. 21°C)3 Stunden
Im Kühlschrank (ungeöffneter Behälter)12 – 24 Stunden

Beachte: Du darfst aufgetaute Muttermilch nicht wieder einfrieren.

Muttermilch aufbewahren – portionsweise sammeln und zusammenschütten?

Du kannst kleinere Mengen Muttermilch aufbewahren und sammeln. Bis du eine komplette Portion für dein Baby beisammen hast.

Aber: Milchportionen sollten die gleiche Temperatur haben, bevor sie zusammengegossen werden.

Muttermilch aufbewahren wenn du unterwegs bist

Du willst unterwegs abpumpen? Kein Problem, wenn du für den Transport eine kleine Kühltasche verwendest. Ohne Kühlung darf Muttermilch auf keinen Fall transportiert werden. Es gibt handliche Kühltaschen. Sie sind extra für den Transport von Muttermilch-Behältern konzipiert worden.

So kannst du sicher und hygienisch Muttermilch aufbewahren, wenn du nicht zu Hause bist.

Bleiben die wertvollen Nährstoffe beim Einfrieren erhalten?

Problemlos kannst du Muttermilch aufbewahren. Auch Einfrieren ist unbedenklich, sofern auf Hygiene geachtet wird. Doch bleibt dabei auch die hohe Qualität der Muttermilch erhalten? Was passiert mit den Inhaltsstoffen?

Du musst dir keine Sorgen machen. Es ist erwiesen, dass wichtige Bestandteile nicht zerstört werden. Mineralien, Vitamine, Fette und Eiweiß bleiben in der Muttermilch erhalten. Nur die antibakterielle Wirkung der Muttermilch geht mit der Zeit verloren.

Meist nach zwei bis drei Wochen. Vielleicht lässt sich das einplanen, wenn du deine Muttermilch aufbewahren willst?
So dass die hohe Qualität nicht leidet.

Muttermilch aufbewahren – darauf musst du beim Auftauen achten

Wenn du im Gefrierfach Muttermilch aufbewahren willst, musst du beim Auftauen einige Regeln beachten.
Eingefrorene Muttermilch taust du am besten ganz langsam auf. Der Auftau-Prozess dauert im Kühlschrank ungefähr zwölf Stunden.

Es gilt: Je langsamer und sanfter Muttermilch aufgetaut und erwärmt wird, desto besser.
Wertvolle Inhaltsstoffe bleiben erhalten und kommen deshalb deinem Baby zugute.

Es geht auch schneller, wenn du die Milchportion zeitnah verwenden möchtest. Ein Wasserbad oder unter fließendem Wasser sind okay. Das Wasser sollte handwarm und nicht wärmer als 37°C sein. Zu große Hitze zerstört wichtige Enzyme.

Manche Flaschenwärmer haben eine Auftau-Funktion. Wenn du schon beim Kauf darauf achtest, hast du es dann leichter.

Muttermilch aufbewahren und richtig erwärmen

Wenn du Muttermilch aufbewahren willst, ist ein Flaschenwärmer ein gutes Hilfsmittel. Die Anschaffung lohnt sich auch für Stillmamas und macht das Leben leichter. Viele Flaschenwärmer eignen sich zum Auftauen. Ideal für alle, die im Gefrierfach Muttermilch aufbewahren.

Du hast keinen Flaschenwärmer? Kein Problem. Auch im Wasserbad und unter fließendem Wasser kann Muttermilch erwärmt werden. Du musst nur darauf achten, dass das Wasser nicht zu heiß ist.

Was du vermeiden solltest: Muttermilch auf dem Herd oder in der Mikrowelle erwärmen. Dabei werden zu viele Inhaltsstoffe zerstört. Noch schlimmer: Dein Baby könnte sich verbrühen beim Trinken.

Muttermilch aufbewahren und aufwärmen ist möglich. Jedoch nur einmal aufwärmen und innerhalb einer Stunde verfüttern! Niemals solltest du Reste von aufgetauter Muttermilch aufbewahren.

Das meine ich dazu

Abpumpen und Muttermilch aufbewahren geht gut. Dafür gibt es drei Möglichkeiten:

  • Für kurze Zeit bei Zimmertemperatur.
  • Im Kühlschrank .
  • In der Tiefkühltruhe.

Es gibt auf dem Markt gut durchdachte Hilfsmittel. Am besten informierst du dich frühzeitig, wenn du abpumpen und Muttermilch aufbewahren willst. Dadurch wird vieles leichter.

Hygiene ist wichtig, wenn du Muttermilch aufbewahren möchtest. Nur in speziellen Behältern und Beuteln darfst du Muttermilch aufbewahren.

Unterwegs kannst du in einer Kühltasche Muttermilch aufbewahren.

Stillen ist die beste Ernährung für dein Baby. Du kannst Muttermilch aufbewahren, um dir Freiräume zu schaffen. Das ist eine gute Kombination.

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