Milchbildung anregen mit 15 einfachen Tricks

Zuwenig Muttermilch kommt oft vor. Das ist aber kein Grund zur Panik. Wenn du diese 15 einfachen Tricks beachtest.

Für werdende und frisch gebackene Mütter ist das Stillen ein aufregendes Thema. Bei vielen Müttern reicht die anfängliche Milchmenge jedoch nicht aus. Etliche Mamas fragen sich deshalb, wie sie die Milchbildung anregen können.

Bei mir war das auch nicht anders. Ich habe mir bereits vor der Geburt von Noah Sorgen darüber gemacht, ob die Milch denn auch wirklich ausreicht.

Und tatsächlich war es bei mir speziell in den ersten paar Wochen etwas eng. Aber zum Glück nur am Anfang. Denn meine Doula hatte ein paar super Tipps auf Lager. Und nach wenigen Wochen war meine Milchbildung so stark angeregt, dass ich sogar Milch einfrieren konnte.

Speziell geholfen haben mir eine Kombination aus Power-Pumping und der täglichen Einnahme eines Kräuter-Smoothies. In den Smoothie kamen Koriander, Brennesselsamen, Basilikum und Dill. Für den Geschmack noch ein Schuss Zitrone oder etwas Honig.

Die Trickkiste gibt aber noch mehr her. Du findest hier 15 einfache und wirkungsvolle Tipps:

Mit der korrekten Still-Position die Milchbildung anregen.

Dein Baby trinkt generell gut an der Brust und du hast trotzdem Probleme mit der Milchbildung? Achte darauf, dass das Kind beim Stillen richtig positioniert und angelegt ist. Die Position des Babys ist wichtig, wenn du die Milchbildung anregen möchtest.

Wähle dazu am besten eine der folgenden vier Stillpositionen:

Viel hilft viel.

Lege dein Baby so oft wie möglich an. Idealerweise stillst du dein Baby zu Beginn alle 1,5 Stunden. Spätestens solltest du das Kind nach drei Stunden anlegen.

Eine einmalige Pause von vier bis fünf Stunden pro Tag ist möglich und bietet sich beispielsweise für die Nacht an. Sofern dein Zwerg zu lange am Stück schläft, kannst du ihn jederzeit zum Stillen wecken.

Im Übrigen ist es absolut in Ordnung, wenn du dein Baby mehrmals pro Stunde anlegst. Denn auch so lässt sich die Milchbildung anregen. Ganz einfach und ohne Ausziehen geht das mit einem Still-BH.

Sei nicht erschrocken von der Häufigkeit. Vergiss nicht, dass dein kleiner Sonnenschein im Mutterleib rund um die Uhr permanent mit allen Nährstoffen versorgt wurde.

Milchbildung anregen durch viel Hautkontakt.

Haut-zu-Haut-Kontakt regt die Milchbildung an. Das sagt uns jedenfalls eine mexikanische Studie aus dem Jahr 2019. (1)

  • Kuschle möglichst viel mit deinem Baby.
  • Trage dein Baby so oft wie möglich mit dir herum. Auch wenn du zuhause bist.
  • Benutze dabei nur ein Tragetuch, ohne etwas darunter anzuziehen.

Durch die Berührung erleichterst du deinem Baby das Trinken. Außerdem nimmst du dir Arbeit ab, da das Kind den Zugang zur Brust früher allein findet. Das regelmäßige Anlegen erfolgt somit nahezu unbewusst.

Der enge Kontakt hat einen weiteren Vorteil. Unter ihm wird die Prolaktin- und Oxytocin-Bildung gesteigert. Dies wiederum ist wichtig, wenn du die Milchbildung anregen willst. Abschließend fördert der Hautkontakt die Mutter-Kind-Bindung. Dein Baby fühlt sich rundum wohl.

Brustkompression.

Unterstütze die Entleerung der Brust durch regelmäßigen Druck. Mit etwas Übung ist das ganz einfach.

Jedes Mal, wenn dein Baby mit dem Trinken ein wenig nachlässt, musst du die Brust mit dem Daumen und den restlichen Fingern immer wieder zusammendrücken und locker lassen. Auf diese Weise kannst du die Milchbildung anregen und dein Kind beginnt wieder zu trinken.

Sobald dein Baby wieder aufhört zu trinken, lässt du die Brust los. Nun tritt der Saugreflex deines Babys erneut ein. Die Kompression der Brust hat verschiedene Vorteile. Einerseits wird ein Milchspendereflex nachgeahmt, andererseits kannst du die Milchbildung anregen.

Darüber hinaus lässt sich die Brust besser entleeren. Dabei erhält das Baby nicht nur die vordere Milch, sondern zusätzlich die fettreichere Milch aus dem hinteren Bereich.

Bedenke, dass die Brustkompression nicht angeraten ist, sofern dein Säugling problemlos selbstständig trinkt.

Nutze beide Brüste.

Für die erste Zeit ist es erforderlich, das Baby bei einer Stillmahlzeit an beide Brüste anzulegen. Sobald das Kind eine Brust geleert hat, kannst du es an der zweiten Brust anlegen.

Dadurch kannst du langfristig die Milchmenge steigern und die Milchbildung anregen. Sobald deine Brüste genügend Milch produzieren, kannst du dann auf eine Brust reduzieren. Dies ist dann für eine Mahlzeit ausreichend.

Milchbildung anregen durch Milch abpumpen.

Es kann sinnvoll sein, nach dem Stillen abzupumpen. So lässt sich die Milchbildung anregen. Empfehlenswert sind elektrische Milchpumpen, da deren Nutzung deutlich einfacher und effektiver ist.

Durch das Abpumpen wird mehr Milch in der Brust neu gebildet. Wird die Brust vorab erwärmt oder warmgehalten, geht das Abpumpen besonders einfach. Wenn du die Brust während des Abpumpens massierst, steigerst du ebenfalls den Milchfluss.

Milchbildung anregen mittels Power-Pumping.

Viele Mütter, deren Kinder extrem früh geboren sind, können vorerst nicht stillen. Die Milchbildung halten sie dennoch mit einem einfachen Trick aufrecht. Das Ganze nennt sich Power-Pumping und eignet sich auch zur Anregung der Milchbildung. Hierbei wird die Brust nach einem Muster abgepumpt:

  • 20 Minuten abpumpen
  • 10 Minuten Pause
  • 10 Minuten abpumpen
  • 10 Minuten Pause
  • 10 Minuten abpumpen
Power Pumping ist eine bewährte und effektive Methode, um die Milchbildung anzuregen.

In den Pausen wird die Brust massiert. Dieser Tipp lässt sich einmal am Tag oder mehrmals täglich anwenden.

Das Power-Pumping eignet sich nicht nur für Mütter, deren Babys aufgrund der Frühreife noch nicht alleine an der Brust trinken. Auch Kinder, denen das kräftige Saugen nicht ausreichend gelingt, profitieren davon.

Wenn du mittels Power-Pumping die Milchbildung anregen möchtest, kannst du die Zeiten individuell anpassen. Viele Mütter machen positive Erfahrungen, wenn sie die Methode mehrfach täglich anwenden, dafür aber nur in einem 5-Minuten-Muster:

  • 5 Minuten pumpen
  • 5 Minuten Pause
  • 5 Minuten pumpen
  • 5 Minuten Pause
  • usw.

Sofern du anfangs keine Erfolge siehst, solltest du mindestens zwei Wochen warten. Bei manchen Frauen dauert es ein bis zwei Wochen, bevor Änderungen eintreten. Ausdauer hilft, wenn du die Milchbildung anregen möchtest.

Ich habe Power-Pumping selber angewendet. Allerdings in der verkürzten Version (5 Minuten). Die Milchmenge ist bei mir in der Zeit spürbar mehr geworden. Nach knapp drei Wochen konnte ich dann damit wieder aufhören. Die Milchmenge hatte sich so stark gesteigert, dass Power-Pumping nicht mehr notwendig war.

Halte dein Baby wach.

Viele Babys neigen dazu, beim Stillen einzuschlafen. Wenn du jedoch die Milchbildung anregen möchtest, ist das hinderlich.

Zudem besteht die Gefahr, dass das Kind nicht ausreichend Muttermilch zu sich nimmt. Hebammen empfehlen in solchen Fällen, die Fußsohlen des Babys beim Stillen zu kneten, so dass es wach und aktiv bleibt.

Eventuell ist es auch hilfreich, wenn du dein Baby beim Stillen nicht zu warm einkleidest, denn Wärme macht bekanntlich müde.

Effektive Hausmittel die deine Milchbildung anregen

Einigen Gewürzen und Kräutern wird nachgesagt, dass sie effektiv die Milchbildung anregen. Viele Hebammen empfehlen in diesem Kontext diverse Nahrungsergänzungsmittel für Stillende. Hierunter beispielsweise Produkte, die Bockshornkleesamen enthalten.

Nachfolgend findest du einige Hausmittel in Form von Gewürzen und Kräutern, mit denen auch du die Milchbildung anregen kannst.

Bockshornklee.

Die Samen des Bockshornklees treiben die Milchdrüsen an. Durch die enthaltenen Phytoöstrogene lässt sich die Milchproduktion deutlich erhöhen.

Es wird vermutet, dass Bockshornklee zudem die Schweißdrüsen stimuliert. Hier sei zu erwähnen, dass Milchdrüsen nichts weiter als abgewandelte Schweißdrüsen sind.

Den Bockshornklee kannst du wie folgt zu dir nehmen:

  1. Gib einen Esslöffel der Samen in eine Tasse Wasser.
  2. Lass die Samen während der Nacht einweichen.
  3. Am Morgen werden das Wasser und die Bockshornkleesamen für einige Minuten gekocht.
  4. Im Anschluss wird die Flüssigkeit abgesiebt und als Tee getrunken.

Zimt.

Mithilfe von Zimt wird die Sekretion der Muttermilch erhöht. Ferner verbessert Zimt den Geschmack der Muttermilch.

Viele Babys trinken aufgrund dessen lieber und mehr. Für den Verzehr empfiehlt es sich, eine Prise Zimt zusammen mit einem halben Teelöffel Honig in warmer Mandelmilch aufzulösen.

Du kannst das Getränk für ein bis zwei Monate täglich am Abend zu dir nehmen. Damit kannst du deine Milchbildung anregen.

Zimt regt die Milchbildung an
Zimt verbessert nicht nur den Geschmack der Muttermilch. Er regt auch die Milchbildung an.

Fenchelsamen.

Mit Fenchelsamen kannst du das Absondern der Milch aus den Brustdrüsen fördern, da diese als natürliches Galaktagogum wirken.

Der Fenchel hat daneben einen weiteren Vorteil und bietet sich nicht nur zum Milchbildung Anregen an. Er unterstützt nämlich die Verdauung. Dadurch schützt er vor schmerzhaften Koliken bei deinem Baby.

Für die Zubereitung gibst du einen Esslöffel der Samen in eine Tasse mit heißem Wasser. Die Tasse bedeckst du im Anschluss und lässt den Tee 30 Minuten ziehen.

Frisches Gemüse.

Es gibt auch Gemüse, das sich bestens eignet, um die Milchbildung anzuregen.

Hierzu zählen beispielsweise Karotten und rote Beete. Beide enthalten reichlich Beta-Carotin, welches wiederum dafür sorgt, dass mehr Muttermilch bereitgestellt wird. Ferner sind sowohl die rote Beete wie die Karotten reich an Mineralien.

Produkte mit reichlich Galaktagogum.

Galaktagogum sorgt für eine Steigerung von einem niedrigen Prolaktin-Spiegel. Gleichzeitig wird eine Steigerung der Milchbildung angeregt.

Das milchbildende Mittel ist in verschiedenen Lebensmitteln enthalten. Wie bereits erwähnt unter anderem im Bockshornklee. Daneben findet sich Galaktagogum in Koriander, Brennnesseln und in Kreuzkümmel. Mit allen diesen Gewürzen und Lebensmitteln kannst du deine Milchbildung anregen und für einen verbesserten Milchfluss sorgen.

Stilltee.

In unterschiedlichen Drogeriemärkten findest du verschiedene Stilltees. Diese enthalten beispielsweise Fenchel, Kümmel und Anis.

Daneben gibt es Produkte, die zusätzliche Inhaltsstoffe wie Bockshornklee enthalten und im Allgemeinen deutlich effektiver sind.

Wenn du dich für Stilltee entscheidest solltest du diesen in Maßen trinken. Achte am besten auf die angegebenen Empfehlungen zum Verzehr.

Malzbier (alkoholfrei).

Mit Malzbier kannst du die Milchbildung anregen. Prinzipiell hat Bier eine milchbildende Wirkung.

Während der Stillzeit gilt aber – ebenso wie in der Schwangerschaft – Finger weg vom Alkohol. Aus diesem Grund greifen viele Mütter auf Malzbier zurück.

Allerdings hat Malzbier neben der milchbildenden Eigenschaft einen wesentlichen Nachteil: Es enthält sehr viel Zucker.

Mit Medikamenten die Milchbildung anregen

Sollten alle diese Tipps zu keinem Erfolg führen, empfiehlt sich mitunter ein Gespräch mit deinem behandelnden Arzt oder deiner Hebamme.

In seltenen Fällen sind gesundheitliche Einschränkungen dafür verantwortlich, dass sich die Milchbildung nicht anregen lässt.

Auch andere Umstände, etwa Stress, können dazu beitragen, dass zu wenig Muttermilch gebildet wird.

In einigen Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, den Milchfluss mithilfe von Medikamenten zu steigern. Entsprechende Medikamente sind allerdings rezeptpflichtig. Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt ist somit notwendig. Sofern Medikamente erforderlich sind und du die Milchbildung anregen möchtest.

Deine Hebamme kann dich diesbezüglich eingehend beraten und Aufschluss darüber geben, ob du für eine medikamentöse Behandlung infrage kommst.

Referenzen

(1) https://doi.org/10.1186/s13006-019-0202-4

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