Mit diesen 5 Tipps wird dein Kind schnell trocken

Hier erfährst du 5 einfache Tipps mit denen dein Kind schneller trocken wird. Und welchen Fehler du dabei unbedingt vermeiden musst.

Bei vielen Eltern kommt der Punkt, wo man sich danach sehnt, das die Kinder trocken werden. Denn das Windeln wechseln ist nicht die schönste Aufgabe des Elternseins.

Ich selber war super spät dran mit Trocken werden. Wann genau ich es dann doch noch geschafft habe, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber es waren sicherlich mehr als 4 Jahre. Woran hats gelegen? Keine Ahnung. Es war halt einfach so.

Und obwohl ich mit dem Trocken werden extrem spät dran war: Meine weitere Entwicklung verlief völlig normal. Klar, meine Eltern hats wahrscheinlich gestresst. Aber die haben das einzig Richtige getan. Nämlich mich einfach meine Entwicklung machen lassen. Denn sie keine Erwartungshaltung entwickelt.

Gerade weil es bei mir so lange gedauert hat, mache ich mir nun manchmal Gedanken zu dem Thema. Es gibt etwas, das man bei diesem Thema falsch machen kann. Man kann aber auch einiges richtig machen. In diesem Beitrag erfährst du mehr darüber.

In welchem Alter werden Kinder trocken?

Ein genaues Alter, in dem kleine Kinder trocken sein müssen, gibt es nicht. Ungefähr 80 Prozent aller Kinder in Europa sind mit vier Jahren trocken. Doch das bedeutet nicht, dass mit den restlichen 20 Prozent etwas nicht stimmt. Denn Kinder entwickeln sich unterschiedlich.

Das Trocken werden ist ein Prozess, der sich entwickelt. Es braucht Zeit und Geduld. Und vor allem: Keinen Druck.

Bei Befürchtungen, dass etwas nicht stimmen könnte, kannst du natürlich auch den Kinderarzt konsultieren. Doch bei fast allen Kinder, die für das Trocken werden etwas länger benötigen, liegen keine medizinischen Ursachen zugrunde. Somit hilft einfach Abwarten. Auch ohne Kinderarzt.

Das trocken werden ist ein fortschreitender Prozess

Das Trocken werden ist ein psychologischer Prozess. Er hängt mit den Entwicklungsschüben des Kindes zusammen. Das Trocken werden beginnt oft mit dem großen Geschäft. Dieses ist nämlich für Kinder leichter zu erkennen. Denn der Stuhlgang kündigt sich besser an und kann daher schneller bewusst vom Kind erkannt werden.

Beim kleinen Geschäft ist dies etwas schwerer für Kinder. Denn sind sie zum Beispiel total ins Spiele vertieft, wird das kleine Geschäft oft erst erkannt wenn es zu spät ist. Auch beim Schlafen kommt dies vor.

Besorgnis ist aber fehlt am Platz. Denn kleine Pannen passieren immer. Das ist völlig normal. Mit der Zeit werden sie aber weniger. Danach rückt das Trocken werden schon bald in greifbare Nähe.

Muss ich fürs trocken werden etwas tun?

Wichtig ist, dass es für das Trocken werden keinen genauen Zeitplan gibt. Ebenso darfst du keine Erwartungshaltung dem Kind gegenüber haben.

Stattdessen solltest du dein Kind für Erfolge loben und bei Misserfolgen entspannt reagieren. Denn Druck kann dazu führen, dass das trocken werden länger dauert.

Ebenso lohnt es sich Etappenziele zu setzen. Tagsüber trocken zu werden ist nämlich oft leichter als in der Nacht. Wenn es tagsüber klappt, hat dein Kind also schon viel erreicht. Kommuniziere diese Etappenziele aber nicht deinem Kind. Denn wenn es diese nicht erreicht, fühlt es sich minderwertig.

Frage dein Kind nicht zu oft ob es muss. Das erzeugt Druck beim Kind. Und fördert Frust und Unfälle.

Das Trocken werden in der Nacht kannst du aber mit folgenden einfachen Tricks etwas beeinflussen:

  1. Gib deinem Kind Abends keine harntreibenden Getränke.
  2. Gib deinem Kind Abend nur soviel Wasser wie es benötigt. Verhindere, dass es nur trinkt, um mit dem Becher spielen zu können.
  3. Gib deinem Kind keine Flasche mit ins Bett.

Anzeichen das mein Kind trocken sein könnte

Das trocken werden kommt natürlich nicht von heute auf morgen. Es gibt Anzeichen, dass es bald soweit sein könnte.

Zum Beispiel:

  • Die Windel bleibt über längere Zeit trocken.
  • Dein Kind teilt dir mit dass es jetzt muss.
  • Dein Kind sucht selbstständig die das Töpfchen auf.
  • Dein Kind möchte tagsüber keine Windel mehr tragen.

All dies deutet ganz klar darauf hin, dass dein Kind das Trocken werden (fast) geschafft hat. Und du kannst vielleicht schon bald auf den Kauf von Windeln verzichten.

Gründe warum mein Kind noch nicht trocken ist

Gründe aus denen dein Kind noch nicht trocken ist können sehr unterschiedlich sein.

  • Vielleicht ist dein Kind einfach noch zu jung. Lass dich nicht verunsichern von den Geschichten über trockene einjährige Kinder. Niemand weiss ob sie wahr sind. Und wenn: Es ist nicht die Regel.
  • Vielleicht ist dein Kind auch einfach sehr fokussiert. Zum Beispiel aufs Spielen. Dabei achtet es nicht auf die Zeichen des Körpers. Alles kein Problem. Denn das wird sich verwachsen. Und Fokussiertheit ist eine grosse Stärke.
  • Hat dein Kind vielleicht psychischen Stress zu verkraften? Ein Wohnortwechsel? KITA-Wechsel? Ist die beste Spielfreundin aus dem Quartier weggezogen? Psychischer Stress wirkt sich negativ auf die Entwicklungsschritte aus. Und das Trocken werden ist genau so ein Entwicklungsschritt.

Nur ganz selten gibt es medizinische Gründe. Hast du das im Verdacht? Sprich einfach den Kinderarzt beim nächsten Besuch darauf an.

Lieber mit Windel ohne Unfall, als forciert auf Töpfchen mit Unfall.
Lieber mit Windel ohne Unfall, als forciert auf Töpfchen mit Unfall.

Was hat trocken werden mit der Psyche zu tun?

Die Psyche spielt schon bei Kindern und deren Verhalten eine wichtige Rolle. Pipi-Unfälle können eher passieren, wenn dein Kind unter Stress steht. Wenn es etwas Traumatisches verarbeitet. Oder wenn sich die Lebensumstände ändern.

Deswegen ist es wichtig, nie Druck zu erzeugen wenn es um das Trocken werden geht. Denn Druck schadet dem Selbstwert deines Kindes. Es hat das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Und wenn Menschen denken sie können es nicht, dann können sie es auch nicht. Dadurch kann es sein, dass es wieder häufiger einnässt oder auch das große Geschäft plötzlich wieder in die Hose geht.

Der wahrscheinlichste Grund für spätes Trocken werden liegt in der Psyche.

Die Psyche kann ebenso dafür verantwortlich sein, wenn schon trockene Kinder plötzlich wieder einnässen. Denn wenn dein Kind mit anderen Dingen stark beschäftigt ist achtet es weniger auf die Zeichen des Körpers.

Betrachte deshalb auch die Umstände in denen sich dein Kind befindet. Gibt es grössere Veränderungen im Leben deines Kindes? Ein Todesfall, ein Umzug, eine Scheidung? Die Geburt eines kleinen Geschwisterchens? Oder die geliebte Katze ist weggelaufen? All dies wirkt sich auf die Psyche deine Kindes aus. Und damit auch aufs trocken sein.

Wenn du eine solche Stresssituation im Verdacht hast, dann versuche, diese Situation aufzulösen. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Ein paar Tipps dazu können aber sein:

  • Verbringe noch mehr Zeit mit deinem Kind als üblich.
  • Sprich mit ihm und erfahre, was es belastet.
  • Lass dein Kind Zeichnen und bespreche seine Zeichnungen danach mit ihm. Denn Kinder drücken ihre Gefühle oft in Zeichnungen aus.
  • Gib deinem Kind uneingeschränkte Aufmerksamkeit.
  • Verspreche deinem Kind Hoffnung (Die kranke und verstorbene Katze ist nun im Katzenhimmel. Dort muss sie nicht mehr leiden).
  • Nimm dir Zeit. Psychischen Druck aufzulösen kann Wochen oder Monate dauern.
  • Wenn du das Gefühl hast, dass es deinem Kind nicht besser geht oder sogar schlimmer wird: Nimm professionelle Hilfe einer Kinderpsychologin oder eine Kinderpsychologen in Anspruch.

Warum forciertes trocken werden oft das Gegenteil bewirkt

Bedenke, dass Windeln alles sind was dein Kind kennt. Das Töpfchen ist sozusagen Neuland. Da braucht es Zeit sich daran zu gewöhnen.

Klar möchtest du irgendwann auf das Wickeln verzichten. Aber du solltest dennoch nichts erzwingen. Denn dies kann durch Druckerzeugung zu Stress führen. Das Gegenteil von trocken werden wird die Folge sein.

Denn dein Kind ist noch nicht in der Lage zu sagen: “Diese Anschuldigung ist falsch, ich habe alles richtig gemacht”. Dazu ist seine Persönlichkeit noch nicht genügend ausgereift. Es nimmt Druckerzeugung als bare Münze. Und sucht das Problem erstmal bei sich selbst. Mit einem verminderten Selbstwertgefühl als Folge. Und fehlendes Selbstvertrauen ist für Erfolge nicht förderlich.

Stattdessen ist es besser auf die richtigen Anzeichen zu warten. Denn mit Geduld und viel Lob wird auch dein Kind trocken werden.

Baby sitzt auf dem Töpfchen
Geduld und viel Lob auf Augenhöhe. Das ist der Schlüssel zu einem glücklichen Kind. Und zu einem Kind das selber merkt wann es aufs Töpfchen muss.

Die 5 Tipps damit dein Kind trocken wird

Wenn du merkst, dass dein Kind Interesse am Trocken werden zeigt, gibt es einige Tipps zu beachten. Mit denen kannst du den Prozess beschleunigen.

Der Grundsatz ist immer derselbe: Lass dein Kind Erfolgserlebnisse verspüren

Der Grundsatz ist immer derselbe: Lass dein Kind Erfolgserlebnisse verspüren. Du kannst diese Aussage auch umkehren: Verhindere Pipi-Unfälle und damit Frust bei deinem Kind. Denn wenn du deinem Kind Frust ersparst und es stattdessen Erfolgserlebnisse verspüren lässt, steigt sein Selbstbewusstsein. Und damit auch das schneller Trocken werden.

Deswegen sind die folgenden Tipps in jedem Fall wichtig.

  1. Es sollte mehr als ein Töpfchen vorhanden sein.

    Gerade zu Beginn muss dein Kind, wenn es muss. Da bleibt zwischen der Meldung von deinem Kind und dem Unfall oft weniger als eine Minute. Der Weg ins Bad ist daher oft zu lang. Deswegen sollte in jedem Raum, in dem ihr euch viel aufhaltet, ein Töpfchen in der Nähe sein. Das verhindert Unfälle und Frust bei deinem Kind.
  2. Einfache Kleidung ist ein Muss.

    Verzichte auf Hosen mit vielen Knöpfen. Und auf einen zusätzlichen Body oder Latzhosen bei denen der Verschluss nur schwer aufgeht. Denn diese Sekunden entscheiden zwischen einem erfolgreichem Besuch auf dem Töpfchen oder dem Unfall. Geh deshalb sicher, dass dein Kind Kleidung trägt, die schnell heruntergezogen werden kann. So kann dein Kind auch selbst auf Töpfchen. Es wird sich zudem freuen, alles alleine geschafft zu haben. Deswegen sind Kleider, Hosen mit Gummizug und andere einfache Kleidungsstücke ideal während dein Kind trocken wird.
  3. Aus Unfällen bitte kein Drama machen.

    Klar ist es frustrierend, wenn ein Unfall passiert. Aber wenn du deine Frustration zeigst, übertragt sich dies auf dein Kind. Das schmälert das Selbstvertrauen deines Kindes. Besser ist es, dein Kind zu ermutigen dass es nächstes Mal klappen wird. So entsteht kein Druck. Mit der Zeit klappt es auch mit dem Trocken werden.
  4. Routine hilft beim Trocken werden.

    Wie bei vielen Dingen im Leben kann auch beim Trocken werden eine Routine helfen. So sollte morgens der erste Weg direkt zum Töpfchen führen. Am Anfang kannst du auch mit einem Töpfchen-Zeitplan arbeiten. Die Abstände zwischen den einzelnen Töpfchen-Sitzungen kannst du nach und nach verlängern. Dein Kind lernt dadurch wann es muss und wird mit der Zeit von selbst gehen.
  5. Viel Lob und keine Strafen sind der Weg zum Erfolg.

    Kinder brauchen Lob. Dies ist ein Fakt, der sich in vielen Lebensbereichen nachweisen lässt. Wenn du dein Kind also lobst, wenn es aufs Töpfchen gegangen ist, bestärkst du es darin dies wieder zu tun. Denn natürlich wollen Kinder ihre Eltern glücklich machen. Und dies kann durch Lob ausgedrückt werden. Das Gegenteil davon wären Strafen dafür, wenn etwas schiefgeht. Dies ist jedoch der falsche Weg. Denn Strafen können zu viel Druck auf das Kind ausüben und damit das genaue Gegenteil bewirken. Verständnis ist daher bei Unfällen der bessere Weg.

Kinder brauchen Lob auf Augenhöhe. Dies ist ein Fakt, der sich in vielen Lebensbereichen nachweisen lässt.

Was soll ich tun, wenn mein Kind einfach nicht trocken wird

In diesem Fall solltest du erstmal die Geduld nicht verlieren. Denn Druck ist das letzte, was das trocken werden fördert.

Stattdessen lohnt es sich zu ergründen, warum es dein Kind nicht schafft. Hat es vielleicht psychischen Druck? Dann solltest du zuerst diesen auflösen.

Bei anderen Kindern kann es auch sein, dass die Trotzphase mit dem Trocken werden zusammenfällt. Gerade in diesem Fall ist es wichtig das trocken werden als etwas besonders Tolles hervorzuheben.

Ebenso solltest du das Interesse am Töpfchen wecken und vielleicht zusammen mit deinem Kind ein Töpfchen kaufen gehen. Bindest du dein Kind in alles mit ein, wird es schneller Interesse zeigen. Dies führt dann dazu, dass das Trocken werden nach und nach von alleine kommt.

Du kannst das Thema aber auch bei deinem Kinderarzt ansprechen. Denn dieser kann dir oft viele weitere wertvolle Tipps geben.

Fazit

Jedes Kind entwickelt sich ganz nach dem eigenen Zeitplan. Deswegen gibt es auch keinen einheitlichen Zeitpunkt für das Trocken werden.

Stattdessen lohnt es sich, wenn du bewusst auf die Zeichen achtest. Und dazu dein Kind ermutigst und auch das Interesse am Trocken werden immer weiter förderst. So gelangt dein Kind mit der Zeit ans Ziel und die Windeln gehören der Vergangenheit an.

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