Milchstau lösen – die 9 besten Tipps

Milchstau ist sehr schmerzhaft und kann eine Mastitis auslösen. Mit diesen 9 einfachen Tipps kannst du ihn behandeln.

Mit Milchstau ein paar Wochen nach der Geburt haben viele junge Mamas zu kämpfen. Einige haben kaum Symptome, bei anderen entwickelt sich der Milchstau zu einer Brustentzüngung (Mastitis).

Auch ich wurde nicht von dem schmerzhaften Milchstau verschont. Ungefähr 3 Wochen nach der Geburt war die linke Brust leicht geschwollen. Und ich konnte kleine Knoten ertasten. Was mir geholfen hat, erfährst du weiter unten.

In diesem Beitrag erfährst du Ursachen und Symptome des Milchstau. Und 9 Tipps, um den Milchstau zu lösen.

Was ist ein Milchstau?

Ein Milchstau ist eine Verstopfung der Milchkanäle durch nicht vollständig abgeflossene Milch.

Ursachen für Restmilch in der Brust können sein:

  • Du hast zu viel Milch, nämlich mehr als dein Kind trinken kann.
  • Eine ungünstige Stillposition verhindert, dass dein Kind die Brust leer trinken kann.
  • Zu enge Kleidung oder ein zu kleiner BH verengt die Milchkanäle. Die Milch kann nicht mehr ungehindert fließen.
  • Ablagerungen in der Muttermilch (z.B. Calcium-Partikel) führen zu Verstopfungen. Dadurch kann die Milch nicht richtig abfließen. Die Verstopfung verschärft sich dadurch weiter.
  • Fehlender Milchspendereflex führt zwar zur Bildung von Muttermilch. Die Milch wird aber nicht Richtung Brustwarze weitergeleitet. Ursachen für einen fehlenden Milchspendereflex ist meist Stress.

Welches sind die Symptome eines Milchstaus?

Ein Milchstau kann sehr schmerzhaft sein. Er zeigt sich mit folgenden Symptomen:

  • Die betroffene Brust ist angeschwollen, gerötet und fühlt sich warm an.
  • Es bilden sich Knoten und Verhärtungen an der Brust.
  • Weisse Bläschen an der Brustwarze.
  • Kein oder nur schwaches Fieber.

Unbehandelt kann sich auch eine Brustentzündung (Mastitis) mit Fieber entwickeln. Eine Mastitis äußert sich in denselben Symptomen wie bei dem Milchstau. Aber zusätzliche noch:

  • Fieber über 38°C.
  • Schüttelfrost.
  • Gliederschmerzen.
  • Du fühlst dich wirklich krank.

Spätestens dann ist es Zeit für einen Arztbesuch. Denn dann könnte die Einnahme von Antibiotika notwendig werden.

Milchstau lösen. 9 einfache Tricks

Stille dein Baby regelmäßig und oft

Der Milchfluss beim Stillen hilft, den Milchstau aufzulösen. Die kleinen Verdickungen in der Muttermilch, welche für das Verstopfen verantwortlich waren, werden dadurch ausgeschwemmt.

Achte dabei auf folgende vier Tipps:

  1. Stille dein Kind möglichst oft. Mindestens alle 1-3 Stunden.
  2. Beginne mit der betroffenen Brust. Damit verhinderst du, dass dein Kind schon satt ist, bevor die schmerzende Brust überhaupt an der Reihe ist.
  3. Achte darauf, dass die Brust vollständig entleert wird.
  4. Massiere deine Brust während dem Stillen leicht. Dadurch wird der Milchspendereflex verstärkt und die Brust besser entleert.

Brust massieren und ausstreichen

Wenn deine Brust nach dem Stillen doch noch nicht ganz leer ist, kannst du sie massieren und ausstreichen. Damit stimulierst du den Milchspendereflex manuell und kannst den Milchstau lösen.

  1. Dafür massierst du beidhändig mit kreisenden Bewegungen rund um die Brust herum.
  2. Dann greifst du deine Brust mit dem Daumen und dem Zeigefinger der einen Hand. Der Daumen liegt dabei oben und der Zeigefinger unten. Platziere die Finger etwa drei bis vier Zentimeter neben deiner Brustwarze.
  3. Danach schiebst du die Finger der anderen Hand nach hinten, Richtung Brustkorb.
  4. Nun drückst du sie zusammen.
  5. Jetzt sollte Milch aus deiner Brust kommen. Genaugenommen streichst du die Milch also nicht aus, sondern du drückst sie heraus.
  6. Ist der eine Bereich der Brust leer, wechselst du die Position zum nächsten schmerzenden Bereich.

Dieses Video zeigt auf wie es geht:

Milch abpumpen

Das Abpumpen mit einer elektrischen Milchpumpe entleert die Brust schneller und effektiver als das Ausstreichen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Milch aufgefangen und aufbewahrt werden kann. Du kannst sie also später verfüttern.

Doch Achtung: Pumpst du zu viel Milch ab, kann der Schuss nach hinten losgehen. Denn das Abpumpen fördert nämlich die Milchproduktion. Dadurch kann es sein, dass durch das Abpumpen zwar ein Milchstau gelöst wird. Durch die nun erhöhte Milchproduktion hast du aber gleich die Basis für einen erneuten Milchstau gelegt.

Fazit: Von Hand ausstreichen ist zwar mühsamer, aber auch sicherer.

Sillposition verbessern

In den ersten Wochen nach der Geburt sind du und dein Kind noch nicht so gut eingespielt. Vielleicht saugt dein Baby noch nicht optimal an der Brust. Die Brust entleert sich dadurch nicht vollständig. Das kann zu einem Milchstau führen.

Probiere deshalb verschiedene Stillpositionen aus. Ändere dabei immer nur Kleinigkeiten. Mit etwas Ausprobieren findest du die perfekte Position für dich und dein Baby.

Weite und bequeme Kleidung tragen

Enge Kleidung oder ein enger BH komprimieren die Brust. Dadurch können Milchkanäle verengen oder sogar verkleben. Das kann eine der Ursachen für Milchstau sein.

Weite Kleidung hingegen hilft den Milchstau zu lösen. Denn die Brust ist nicht mehr eingeengt. Dadurch können sich auch die Milchkanäle wieder öffnen und die Milch fließen.

Wärmebehandlung deiner Brust

Wärme erweitert nicht nicht nur die Blutgefäße sondern auch die Milchkanäle. Du kannst also vor dem Stillen eine Wärmebehandlung durchführen. Das hilft, den Milchstau zu lösen.

Tipps zur Durchfführung der Wärmebehandlung:

  • Nimm ein warmes Bad oder eine heisse Dusche.
  • Lege einen warmen Waschlappen, eine Bettflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf deine Brust.
  • Lege dich unter eine Wärmelampe.

Nach dem Anlegen kühlen

Vor dem Stillen hilft Wärme, nach dem Stillen hilft Kühlen. Das wirkt entzündungshemmend.

Dabei hilft eine Kältepackung. Diese gibt es in spezieller, extra auf die Brust zugeschnittene Form. Einige dieser Thermopads können nebst kühlen auch wärmen. Philips, Ardo oder Lansinoh bieten diese an.

Gute Erfahrungen habe ich mit den Philips Avent Thermo-Pads gemacht. Damit habe ich meine schmerzende Brust vor dem Stillen erwärmt. Und nach dem Stillen gekühlt. Der schmerzende Milchstau war dadurch nach einem Tag verschwunden.

Auch Hausmittel können helfen

Deine Großmutter hat sich wahrscheinlich noch mit Hausmitteln zu helfen gewusst. Ob die etwas nützen sei mal dahingestellt (1). Aber selbst wenn es nichts nützt. Schaden tuts bestimmt auch nicht.

  • Kühlende Quarkwickel können die Brust kühlen und so entzündungshemmend wirken. Für die Wickel kannst du Küchenpapier in der Größe deiner Brust zuschneiden. Und in der Mitte in Loch für die Brustwarze machen. 2 Blätter unten, zwei Blätter oben und in der Mitte 1-2cm Magerquark. Dann in den Kühlschrank und nach dem Stillen auf die Brust.
  • Auch Kohlauflagen sollen Milchstau lösen. Nimm dazu ein Kohlblatt von einem gekühlten Kohlkopf. Und rolle dann kräftig mit einem Nudelholz darüber. Das legst du dann sofort direkt auf die Brust, die weh tut. Der austretende Kohlsaft ist entzündungshemmend und lindert deine Schmerzen.

Stress vermeiden

Stress hemmt den Milchspendereflex. Dadurch wird zwar Milch gebildet, sie kann aber nicht richtig abfließen. Milchstau und Entzündungen sind die Folge.

Um den Milchstau zu lösen, ist es also wichtig, Stress zu vermeiden. Zum Stillen, Ausstreichen oder Abpumpen kannst du deshalb auf folgendes achten:

  • Reserviere genügend Zeit. Sage halt mal einen Termin ab.
  • Stelle sicher, dass du nicht unterbrochen wirst. Schalte das Telefon aus. Und schließe die Tür ab.
  • Mache es dir bequem. Entspannungsmusik, gedämpftes Licht und eine bequeme Position helfen dabei.

Was, wenn der Milchstau nicht abklingt?

In den allermeisten Fällen lässt sicher mit diesen Tipps der Milchstau lösen. Bei diesen Anzeichen solltest du aber zum Arzt:

  • Du bekommst Fieber (mehr als 38 Grad)
  • Der Milchstau ist auch nach drei Tagen noch nicht aufgelöst.
  • Aus deiner Brust tritt ein eitriges Sekret aus

In vielen Fällen verschreibt der Arzt ein Antibiotikum.

Antibiotikum

Es gibt Antibiotika, welche während der Stillzeit eingenommen werden dürfen. Und weil Stillen das gesündeste Nahrungsmittel für dein Baby, solltest du weiterhin stillen.

Lasse dich wegen eines Antibiotikums nicht zum Abstillen verleiten. Verlange beim Arzt oder in der Apotheke einfach ein stillverträgliches Präparat.

Referenzen

(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4161489/

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