11 Medizinsche Vorteile des Stillens

Hier erfährst du alles was es übers Stillen zu wissen gibt. Und wir zeigen auf, welches die häufigsten Fehler sind und wie du sie vermeidest.

Stillen ist das beste, was deinem Baby nach der Geburt geschehen kann. Denn Muttermilch ist das Bio-Powergetränk schlechthin. Viele Mütter entscheiden sich deshalb fürs Stillen.

Das war bei mir auch nicht anders. Ich habe Noah gestillt. Und zwar sogar sehr lange. Nach 6 Monaten hat er zwar den ersten Babybrei erhalten. Das Stillen reduziert habe ich aber erst im Alter von etwa 11 Monaten. Und mit 18 Monaten war er dann ganz abgestillt.

Im Gespräch mit anderen Mamas merke ich oft, dass vielen gar nicht bewusst ist, welche enorme gesundheitliche Vorteile Stillen hat. Viele Mamas stillen dann auch zu früh ab und schwenken auf Babybrei um. Oder noch schlimmer: Auf Babynahrung aus dem Glas.

Das hat mich dazu gebracht, diesen Ratgeber-Beitrag zu verfassen, wo rund ums Stillen geht.

Muttermilch, das Powergetränk

Über Jahrtausende hat sich Muttermilch zu einem Powergetränk entwickelt. Vom Kolostrum bis zu reifer Milch enthält deine Muttermilch viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Antikörper, Hormone, Enzyme, Fett, Eiweiss, Kohlenhydrate und Vitamine.

Darüber hinaus profitiert dein Baby beim Stillen von Kuschelzeit. Dies stärkt die Mutter-Säugling Bindung (1).

Bis deine Muttermilch nach ungefähr 4-6 Wochen nach der Geburt vollständig reif wird, verändert sich ihre Zusammensetzung:

  • Kolostrum (Vormilch):

    Die erste Milch, die aus deinen Brüsten austritt, wenn du mit dem Stillen beginnst, heisst Kolostrum. Sie wird in den ersten paar Tagen nach der Geburt gebildet. Kolostrum ist dickflüssig und reich an Antikörpern und Proteinen. Gleichzeitig ist es für deinen Säugling sehr leicht, sie zu verdauen. Sie kann durchsichtig, gelb oder sogar orange sein, da sie Beta-Carotin enthält.

  • Übergangsmilch:

    Diese Milch wird nach ein paar Tagen bis ca. 2 Wochen nach der Geburt gebildet. Sie besteht teilweise aus Kolostrum und vollwertiger Muttermilch. Im Vergleich zur Vormilch enthält die Übergangsmilch mehr Fett und Laktose, die deinem Baby Energie geben.

  • Reife Muttermilch:

    Etwa zwei Wochen nach der Geburt startet die Milch den Reifeprozess. Zu Beginn jeder Stillmahlzeit wird erst Vordermilch produziert. Danach bekommt deine Milch einen höheren Fettgehalt und wird als Hintermilch oder Nachmilch bezeichnet. Nach etwa vier bis sechs Wochen nach der Geburt ist deine Milch vollständig reif und verändert sich danach nicht mehr.

Ungeachtet wie lange du stillst, deine Muttermilch ist die beste Ernährung mit vielen wunderbaren gesundheitlichen Vorteilen. Künstlich hergestellte Muttermilch kann die echte Muttermilch nicht vollständig ersetzen.

Wie lange soll ich mein Baby stillen?

Jede Mutter stellt sich die Frage, wie lange sie stillen soll bzw. wie lange das Stillen sinnvoll ist.

Wenn dein Baby um den sechsten Monat herum Interesse am Essen zeigt und ungestützt sitzen kann, ist es bereit, Babybrei zu sich zu nehmen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sofort abgestillt werden muss.

  • 6 Monate:

    So lange sollten Babys in jedem Fall mindestens gestillt werden. Und zwar ausschliesslich mit Muttermilch. Selbst nach dem sechsten Altersmonat kannst du dein Baby weiterstillen. Die daraus resultierenden gesundheitlichen Vorteile sind immens.

  • 2 Jahre:

    Mindestens so lange darfst du dein Baby unbedenklich weiterhin stillen. Ab 6 Monaten solltest du ihm aber zusätzlich auch Beikost geben. (2)

11 medizinische Vorteile des Stillens

  1. Stillen als Anti-Depressivum. Oxycotin heisst das verantwortliche Gute-Laune-Hormon. Es wirkt als natürliches Anti-Depressivum für Mutter und Kind. Produziert wird es beim Körperkontakt. Also, gib deinem Baby so oft wie möglich die Brust. (3)
  2. Das Stillen wirkt als Anti-Stress-Mitel. Das gleiche Hormon bewirkt bei der Mutter einen niedrigeren Stress-Level und einen tieferen Blutdruck. (3)
  3. Muttermilch gegen Asthma. Eine kanadische Studie hat gezeigt, dass gestillte Kinder später ein 40% tieferes Risiko haben, an Asthma zu erkranken. (4)
  4. Stillen macht dein Kind schlauer. Eine Studie aus den USA hat einen Zusammenhang zwischen Stillen und der Entwicklung des Hirns gezeigt. (5)
  5. Verhindere eine Lungenentzündungen bei deinem Kind. Die Lungenkrankheit ist kein Spass. Weder für Erwachsene noch für Kinder. Durch Stillen kannst du aber das Risiko für dein Kind senken (6).
  6. Bereite dein Baby auf Milchprodukte vor. Wenn du nicht vegan unterwegs bist möchtest du sicher dass dein Kind Milchprodukte verträgt. Stillen ist dafür genau die richtige Vorsorge. Denn damit reduzierst du das Risiko einer Laktose-Intoleranz (7).
  7. Mit Stillen gegen Durchfall. Was riecht denn da schon wieder? Mal kurz die Windel öffnen und… oh nein! Alles ist voll. Und verschmiert. Die gute Nachricht ist aber: Mit Stillen, besonders bei ausschliesslichem Stillen, wird das Risiko für Durchfall reduziert (8).
  8. Hoffentlich nie ins Spital. Gemäss einer Studie aus England müssen gestillte Babys weniger oft im Spital behandelt werden also nicht gestillte. Und wer will schon freiwillig ins Spital (8)?
  9. Willst du dass dein Kind früher rumkrabbelt? Gestillte Babys haben im Alter von 9 Monaten eine deutlich weiter entwickelte Motorik als Kinder, die Babynahrung erhalten. Mit einem gestillten Kind hast du also bessere Chancen, dass dein Baby das erste ist das rumkrabbelt (8).
  10. Erhöhe die kognitiven Fähigkeiten deines Babys. Das sind wohl die schönsten Momente in der Babyzeit. Dein Kind nimmt die Umgebung wahr und reagiert darauf. Durch Lächeln, oder durch hilflose Versuche, in die Hände zu klatschen. Unbezahlbar sind diese Momente. Stillen erhöht die kognitiven Fähigkeiten eines Kindes. Dein Kind nimmt die Umgebund also besser wahr wenn es gestillt ist (9).
  11. Stillen hält dein Kind schlank. Immer mehr Kinder, auch Kleinkinder leiden an Fettleibigkeit. Adipositas, heisst das Fachwort dafür. Stillen hat einen nachweislichen Effekt. Es reduziert nämlich die Gefahr von Adipositas (10).

Vorteile von Muttermilch - Gesundheit für Mutter und Kind | Gesundheit! | BR

Wie oft soll ich stillen?

Falls du dein erstes Kind bekommen hast, fragst du dich sicherlich, wie oft du dein Neugeborenes am Tag stillen solltest. Die Antwort ist nicht ganz eindeutig, da sich das Stillverhalten in den ersten Monaten sehr stark verändert.

Die Milchmenge, die dein Baby trinkt, ist nämlich während den ersten Monaten mehr oder weniger konstant. Der Magen deines Babys vergrössert sich aber, weil dein Baby ja wächst.

Das bedeutet nichts anderes, als dass dein Baby pro Mahlzeit eine grössere Milchmenge aufnehmen kann. Es muss also mit der Zeit viel weniger oft trinken, um dieselbe Menge Muttermilch aufnehmen zu können.

Wir zeigen dir in der folgenden Auflistung einen durchschnittlichen Verlauf während den ersten sechs Monaten auf. Aber auch hier gilt wie immer: dein Baby ist individuell und eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht.

  • 1 Woche altes Baby: 

    Der Magen eines Neugeborenen ist sehr klein. Bei der Geburt passt nur gerade das Volumen einer Kirsche hinein. Deswegen ist es ideal, das Baby am Anfang mindestens zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden zu stillen (11).

  • 2-4 Woche altes Baby: 

    Im Verlauf der ersten Wochen vergrössert sich das Fassungsvermögen des Magens deines Babys stark. Je grösser der Magen deines Babys wird und je mehr Milch du in deinen Brüsten speichern kannst, desto mehr Milch kann dein Baby pro Stillmahlzeit aufnehmen. Desto weniger häufig ist also das Stillen notwendig. Trotzdem ist es auch in diesem Alter ganz normal, das Baby mindestens zehn bis zwölf Mal pro Tag zu stillen.

  • 1-3 Monate altes Baby: 

    Nach einem Monat hat der Magen deines Babys ein Fassungsvermögen von ungefähr 100 ml. Das ist immer noch sehr wenig – es entspricht ungefähr einem halben Wasserglas. Je nach Baby kann die Stillfrequenz bis auf sechs bis acht Mal pro Tag sinken. Gegen oben ist die Grenze immer noch offen.

  • 4-6 Monate altes Baby: 

    In diesem Alter Dadurch kann es spätnachmittags oder abends zum sogenannten “Cluster feeding” kommen (12). Das bedeutet, dass das Baby mehrmals in der Stunde trinkt oder sogar über eine längere Zeit an der Brust bleibt. Dadurch können sich die Stillpausen in der Nacht verlängern. Auch die Stillfrequenz nimmt weiter ab. Während dieser Zeit können sogar, je nach dem Appetit des Babys, nur vier Stillmahlzeiten pro Tag ausreichend sein. Aber auch hier gilt: Gib deinem Baby so viel Milch wie es benötigt. Zuviel gibt es nicht. Und wenn es selbst im Alter von sechs Monaten noch 10 Mal pro Tag gefüttert werden möchte, tja, dann kann man nur sagen: Dein Baby wird einmal gross und stark.

  • Baby älter als 6 Monate: 

    Ab dem 6. Lebensmonat kann dein Baby feste Nahrung (Breikost) zu sich nehmen. Das heisst für dich, dass die Stillabstände immer grösser werden. Wenn das Baby gut heranwächst und Mutter und Baby zufrieden sind, solltest du dir über die Abstände keine Gedanken machen, sondern ganz nach Bedarf deines Babys stillen.

Stillen: Wie oft? Wie lange? Wann? | Baby | Eltern ABC | ELTERN

Benötigt mein Baby in den ersten sechs Monate wirklich nur Muttermilch?

Ja. Muttermilch versorgt dein Baby mit allem, was es braucht. Selbst Wasser ist für Babys unter sechs Monaten nicht notwendig.

So erkennst du dass dein Baby hungrig ist

Es ist wichtig, die Körpersprache deine Babys verstehen zu lernen und richtig zu deuten. Schreien ist kein typisches Hungerzeichen. Die Anzeichen sind diskreter:

  • Dein Baby zeigt einen Suchreflex – es dreht seinen Kopf rasch hin und her.
  • Dein Baby schmatzt oder leckt mit der Zunge.
  • Es leckt und saugt an den Fingern oder dem Fäustchen.

Wie lange soll ich nachts stillen?

Nachts stillen ist für dich als Mutter sehr anstrengend, da deine Ruhe- und Erholungszeit durch das Aufwachen unterbrochen wird. Darum kann es ganz schön ermüdend sein, wenn du dein Baby zweimal oder noch öfter pro Nacht stillen musst.

Die Nachtmahlzeiten sind aber vor allem in den ersten drei Monaten nach der Geburt wichtig. Sie führen zur Entspannung der Brüste und zur Anregung der Milchbildung. Nach dieser Phase sind die Nachtmahlzeiten sowohl für dich als auch fürs Baby nicht mehr so wichtig.

Beachte: Viele Babys können im Alter von etwa drei Monaten zwischen Mitternacht bis ungefähr 6 Uhr morgens ohne Stillen durchschlafen.

Abstillen – wann und wie du mit dem Stillen aufhören solltest?

Wann ist der richtige Zeitpunkt, dein Baby abzustillen, und wie solltest du dabei am besten vorgehen?

Wenn dein Baby im Alter von etwa sechs Monaten Breikost erhält, wird es ganz von selbst weniger häufig an der Brust trinken wollen.

Nach einem Jahr möchte es wahrscheinlich sogar nur noch einige wenige Stillmahlzeiten am Tag. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Stillen durch Brei-Mahlzeiten und gesunde Snacks ergänzt wird.

Falls du die Anzahl Stillmahlzeiten weiter reduzieren möchtest, solltest du dazu schrittweise vorgehen und deinem Baby Zeit lassen. Lasse erstmal eine einzige Stillmahlzeit weg und gib deinem Baby stattdessen Breikost. Erst danach solltest du eine weitere Stillmahlzeit durch Nahrung ersetzen. Und so weiter.

Wie lange dauert Stillen?

Stillmahlzeiten können zwischen einigen Minuten und fast einer Stunde dauern – es gibt wirklich sehr grosse Unterschiede zwischen den Babys!

Wenn dein Baby an Gewicht zunimmt und einen Stillrhythmus gefunden hat, der in dieser Spanne liegt, besteht kein Grund zur Sorge.

Lass dein Baby pro Stillmahlzeit so viel aus deiner Brust trinken, wie es möchte. Biete ihm danach die andere Brust an. Entweder wird sie dein Baby nehmen oder auch nicht.

Wenn es satt ist, wird es deine Brust von allein loslassen, ruhig und entspannt in deinem Arm liegen und möglicherweise sogar einschlafen. Biete ihm bei der nächsten Stillmahlzeit dann die andere Brust zuerst an.

Ausschliessliches Stillen oder Teilstillen?

Diese beiden Begriffe hört man oft. Was hat es damit auf sich? Es ist ganz einfach.

  • Ausschliessliches Stillen:

    Dies bedeutet, dass du dein Baby ausschliesslich mit Muttermilch fütterst. Also kein Milchpulver, Brei oder feste Nahrung. Mediziner empfehlen diese Art allen Müttern, deren Babys jünger als sechs Monate sind.

  • Teilstillen: 

    Einige Mütter haben Probleme mit der Muttermilchversorgung und es ist für sie nicht möglich, ihr Baby ausschliesslich zu stillen. Falls du davon betroffen bist, ist es ratsam, dein Baby bei so vielen Mahlzeiten wie es eben möglich ist durch die vorhandene Muttermilch zu stillen. Für die restlichen Mahlzeiten bleibt dir nichts Anderes übrig als auf altersgerechte Säuglingsnahrung zurückzugreifen. Diese Art des Stillens heisst Teilstillen.

Wie lege ich mein Baby richtig an die Brust?

Mit dem richtigen Anlegen deines Babys an die Brust kannst du sicherstellen, dass dein Baby genug Muttermilch bekommt. Ausserdem verhindert die richtige Position beim Anlegen blutende und rissige Brustwarzen. Richtiges Anlegen erleichtert das Stillen extrem.

Das wichtigste für dich ist, dass du dir eine bequeme Stillposition aussuchst. Ein Stuhl mit guter Rückenstütze und ein Stillkissen können dir dabei helfen. Ganz wichtig: es muss für dich bequem sein. Denn nur so kannst du dein Baby auf Dauer in derselben Position halten.

Baby richtig anlegen | Erste Schritte beim Stillen

5 typische Stillprobleme und Ihre Lösungen

Hast du Probleme beim Stillen deines Babys? Obwohl Stillen der natürlichste Vorgang der Welt ist, sind viele Mütter mit Schwierigkeiten beim Stillen konfrontiert. Ich zeige dir, welches die häufigsten Stillprobleme sind, welche in den ersten Wochen auftreten können.

  1. Saugschmerz und schmerzhafte Brustwarzen: 

    Stelle sicher, dass dein Baby die Brustwarze richtig umfasst. Beim Stillen soll ein Grossteil des unteren Brustwarzenhofs im Mund von deinem Neugeborenen sein. Probiere verschiedene Stillpositionen aus und gib dir Zeit, die angenehmste zu finden. Nach dem Stillen kann es helfen, Muttermilch auf den Brustwarzen zu verreiben. Denn Muttermilch hat beruhigende Eigenschaften und bewirkt Entspannung.

  2. Verstopfte Milchkanäle: 

    Ein verstopfter Milchkanal führt oft zu Unwohlsein. Deine Brüste fühlen sich hart, schmerzhaft und übergross an. Dies passiert, wenn du nicht genug stillst oder wenn dein Milchvorrat zunimmt. Versuche in diesem Fall mindestens alle drei Stunden zu stillen – dein Baby wird es auch freuen.

  3. Mastitis: 

    Dies ist eine Brustdrüsenentzündung, verursacht durch eine Hautinfektion oder Milchstau. Die Entzündung ist sehr schmerzhaft und verursacht Rötungen und Schwellungen (13). Es gibt einige Hausmittel gegen Mastitis. Wenn dies nicht rasche Linderung bringt, solltest du aber einen Arzt aufsuchen. Auch wenn du Fieber bekommst solltest du zum Arzt. Denn möglicherweise benötigst du Antibiotika. In den allermeisten Fällen kannst du dein Baby trotzdem weiterhin stillen.

  4. Probleme mit zu viel Milch: 

    So positiv zu viel Milch auf den ersten Blick klingt, zu viel Milch kann sehr schmerzhaft sein und zu Beschwerden führen. Linderung gibt es durch Ausstreichen von Milch. Dies geschieht mit leichter Brustmassage. Oder durch wenig Milch abpumpen.

Beachte beim Abpumpen:

Sei vorsichtig und pumpe nicht zuviel Milch ab. Denn sonst kann sich der Milchproduktionsreflex auslösen. Die Produktion nimmt zu und am Ende hast du noch mehr Milch als zuvor.

  1. Probleme mit zu wenig Milch: 

    Einige Frauen stellen nicht genug Milch her, um das Baby ausschliesslich mit der Brust zu stillen. Wenn du der Meinung bist, dass deine Produktion nicht ausreicht, um den Hunger deines Babys zu stillen, lies unser nächstes Kapitel. Wir zeigen dir auf, was du dagegen tun kannst.

Stillen klappt nicht immer ohne Probleme.
Stillen klappt nicht immer ohne Probleme.

Wie steigere ich meine Milchproduktion?

Viele junge Mütter sind besorgt, dass ihr Baby nicht genug Milch bekommt. Ich hatte diese Bedenken auch. Sogar noch vor der Geburt. Allerdings kann ich dich beruhigen. Die meisten Mütter können ausreichend Milch zu produzieren.

Wenn dein Baby mehr braucht, wird dein Körper auch mehr produzieren. Hier gehts zum Hauptartikel zum Thema Milchbildung anregen.

Falls du trotzdem unter diesem Problem leidest, gibt es einige Strategie zur Abhilfe:

  1. Milch abpumpen und aufbewahren:

    Dies ist besonders bei schwankender Milchproduktion eine gute Lösung. An manchen Tagen produziert dein Körper vielleicht genug oder sogar zuviel Milch, während an anderen Tagen das Angebot knapp ist. Muttermilch kann aber ganz einfach gelagert werden, und zwar im Tiefkühler. So kannst du an Tagen mit hoher Produktion Milch abpumpen und für «hungrige» Tage aufbewahren. Mit der passenden Babyflasche kannst du deinem Baby dann die Milch geben.

  2. Hautkontakt:

    Versuche so viel Hautkontakt wie möglich mit deinem Baby zu haben. Verwende zum Beispiel ein Tragetuch und trage nichts darunter. Durch den Hautkontakt mit dem Baby wird die Prolaktin-Bildung gefördert.

  3. Brüste vollständig entleeren:

    Die Milchbildung funktioniert umso schneller, je leerer die Brust ist. Bei leerer Brust ist die Milchproduktion also am höchsten, während sie bei voller Brust am niedrigsten ist. Zum vollständigen Entleeren hilft auch die korrekte Positionierung deines Babys. Welches die korrekte Position ist, musst du allerdings selbst erproben, denn jeder Körper ist individuell.

  4. Wechselstillen:

    Biete deinem Baby abwechselnd beide Brüste an. So kann in der jeweils ruhenden Brust neue Milch produziert werden. Es werden so auch beide Brüste gleichmässig entleert, was die Milchbildung anregt.

Stillen – was soll ich essen und was nicht?

Deine Ernährung während der Stillzeit sollte sich nicht grundlegend von deiner gewohnten Ernährung unterscheiden.

Aber wie ist es mit dem Glas Wein zum Essen? Oder der ungesunden Pizza? Darf das wirklich alles sein? Sollten nicht vielmehr gesunde Nahrungsmittel auf dem Speiseplan stehen?

Diese uns andere Fragen tauchen manchmal in unseren Mama-Gesprächen auf. Deswegen habe ich mal recherchiert und möchte dir ein paar Ratschläge weitergeben:

  • Allergene Lebensmittel:

    Vielleicht bist du besorgt, dass gewisse Nahrungsmittel Allergiereaktionen bei deinem Baby auslösen könnten. Nach aktuellem Forschungsstand hat deine Ernährung in der Stillzeit keinen Einfluss auf mögliche Allergien beim Säugling. Deswegen musst du also keine Lebensmittel von deinem Teller verbannen.

  • Kalorienbedarf:

    Gemäss einer wissenschaftlichen Studie verbrauchen stillende Mütter etwa 670 Kalorien mehr pro Tag als nichtstillende Mütter. Falls du jedoch ein paar Pfunde, die von der Schwangerschaft übriggeblieben sind, wieder loswerden möchtest, dann solltest du nicht mehr als 500 zusätzliche Kalorien pro Tag zu dir nehmen. 500 Kalorien entsprechen ungefähr einer Portion Pasta (14).

  • Vegetarische/Vegane Ernährung:

    Wenn du vegetarisch oder vegan lebst, kennst du es ja. Die fehlenden tierischen Proteine sollen durch pflanzliche kompensiert werden. In der Stillzeit ist das noch wichtiger als sonst.

  • Nahrungsergänzungsmittel:

    Empfehlenswert ist es, sich einen Vorrat an gesunden Lebensmitteln anzulegen und täglich frisch und gesund zu kochen. Wenn dir das jedoch nicht reicht und du auf Nummer Sicher gehen willst, helfen hochwertige Nahrungsergänzungsmittel weiter.

  • Besondere Vitamine und Mineralien für die Stillzeit:

    Besonders während der Winterzeit konsumieren wir zu wenig Sonnenlicht und als Folge daraus kommt es oft zu einem Mangel an Vitamin D. Dieses Vitamin ist aber unerlässlich für die Entwicklung von gesunden Knochen. Ebenfalls wichtig ist die genügende Einnahme von

    Calcium.

    Besonders während des dritten Trimesters der Schwangerschaft und während der gesamten Stillzeit besteht nämlich die Gefahr einer Senkung der Knochenmineraldichte (15). Deswegen ist es wichtig, entweder regelmässig die Sonne zu geniessen (auch im Winter!) oder aber Vitamin D als Zusatz zu dir zu nehmen.

Zwar nicht die Sonnenblume, aber die Sonne liefert dir wichtiges Vitamin D.
Sonnenbaden hilft gegen Vitamin D Mangel. Auch im Winter.

  • Alkohol in der Stillzeit: 

    Viele Mütter entscheiden sich, nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch während der Stillzeit keinen Alkohol zu trinken.

Wissenschaftlichen Studien zeigen, dass sich gelegentlicher Alkoholkonsum während der Stillzeit nicht nachteilig auf Säuglinge auswirkt. Besondere Empfehlungen für stillende Frauen sind daher nicht notwendig. Stattdessen sollten stillende Frauen einfach die Standardempfehlungen zum Alkoholkonsum befolgen.

Studie hin oder her, du fährst trotzdem am sichersten, wenn du deine Milch vor dem Alkoholkonsum abpumpst und im Kühlschrank lagerst. Dein Partner, Oma oder Opa können dabei dein Baby mit Muttermilch füttern, wenn du selbst mal deinen Freundinnen-Abend geniesst. Und danach kannst du dein Baby sofort weiter füttern. Auch wenn in deinem Körper noch der eine oder andere Tropfen Alkohol hängengeblieben ist.

Alkohol in der Stillzeit ist umstritten. Wenn du auf sicher gehen und trotzdem nicht auf ein Gläschen verzichent willst. Dann pumpe die Milch vorher ab.
Alkohol in der Stillzeit ist umstritten. Wenn du auf sicher gehen und trotzdem nicht auf ein Gläschen verzichent willst. Dann pumpe die Milch vorher ab.
  • Kaffee und Koffein in der Stillzeit:

    Koffein als Bestandteil in Kaffee und verschiedenen Teesorten sorgt dafür, dass wir wach bleiben. Alles was du trinkst gelangt auch in die Muttermilch. Auch Koffein. Zuviel Koffein kann also verursachen, dass dein Baby nicht einschlafen kann.

Das ist nicht nur für dich blöd, denn du hast dadurch weniger Ruhezeiten. Auch fürs Baby ist es nicht förderlich, denn es benötigt für eine gesunde Entwicklung viel Schlaf.

Die Empfehlungen für die Koffeinannahme unterscheiden sich von Land zu Land. Mit dem Konsum einer Tasse Filterkaffee oder zwei Tassen Tee, was etwa 140 mg Koffein entspricht, bist du aber auf der sicheren Seite (16).

  • Energiegetränke und Schokolade:

    Getränke, wie etwa Cola-Getränke und Energydrinks und sogar auch eine kleine Schokoladentafel können bis zu 50 mg Koffein enthalten. Darum solltest du die Einnahme von solchen Lebensmitteln einschränken. Falls du doch einen grossen Appetit auf Schokolade hast, kann es sein, dass du an einem Magnesiummangel leidest.

Selbst wenn du normalerweise nicht allzusehr auf Süssigkeiten stehst kann es vorkommen, dass du während der Stillzeit eine riesige Lust auf Schokolade verspürst. Versuche es mal mit Magnesiumtabletten. Der Zusammenhang ist noch nicht ganz klar. Aber es wurde festgestellt, dass viele junge Mütter mit Magnesiummangel eine gesteigerte Lust auf Schokolade verspüren.

Auch wenn du grad etwas Stress mit Stillen und allem anderen hast, eine gesunde und vitaminreiche Mahlzeit ist schnell zubereitet. Zum

Beispiel: Rühreier, Spinat, Gemüsepfanne mit Fleisch und Naturreis, Nüsse sowie Porridge aus Haferflocken. Es ist wichtig, besonders am Morgen, deinen Energiespeicher wieder aufzutanken. Dafür eignen sich zum Beispiel frische Früchte hervorragend.

Wie fühlt sich Stillen an?

Mütter haben ganz unterschiedliche Erfahrungen und Wahrnehmungen mit dem Stillen.

“Als ich das erste Mal mein Baby gestillt habe, hat es weh getan. Mit der Zeit habe ich gelernt, wie ich mein Baby richtig anlege. Damit haben meine Schmerzen deutlich abgenommen. Am Schluss empfand ich das Stillen wie leichtes Kitzeln.”

Liliane M., Mutter von Mia, Bad Hersfeld

Einige Mutter berichten, dass das Stillen am Anfang etwas schmerzhaft ist. Mit der Zeit wandle es sich aber in ein schmerzfreies Kitzeln um. Andere Mütter berichten, dass sie das Stillen von Beginn an geniessen.

“Ich hatte vor dem Stillen Angst, weil ich sehr empfindliche Brustwarzen habe. Ich befürchtete, dass es mir sehr schnell unangenehm wird. Aber das Stillen ist toll! Es tat überhaupt nie weh und meine Brustwarzen sind nun nicht mehr überempfindlich. Das Dauernuckeln macht mir überhaupt nichts aus!”

Caroline H., Mutter von Emily, aus Cottbus

Nützliche Produkte fürs Stillen

Wenn du dich entschlossen hast, dein Neugeborenes zu stillen, wirst du um einige Produkte nicht herumkommen. Fürs erfolgreiche Stillen braucht es halt so dies und das, was einem das Leben angenehmer macht. Diese sind unsere Produktempfehlungen für die Wunschliste zur Babyparty:

  • Milchpumpe:

    Selbst die fürsorglichste, liebenswerteste und total babyvernarrte Mutter braucht mal ihren Freiraum, um mit ihren Kolleginnen ein Gläschen trinken zu gehen. Deinem Baby ist das aber wahrscheinlich egal, es will auch gestillt werden, wenn du grad nicht da bist. Deswegen ist eine manuelle oder elektrische Milchpumpe zum Abpumpen der Muttermilch eine sinnvolle Investition. Damit kannst du deine Milch abfüllen und auch jemand anderes kann das Baby füttern.

  • Still-BH:

    Ein guter Still-BH stützt durch Muttermilch schwer gewordene und angeschwollene Brüste gezielt und gibt deinem Baby einen schnellen Zugang zur Brust.

  • Stilleinlagen:

    Die Pads helfen dir, Milchflecken auf deiner Bluse zu verhindern.

  • Stillkissen:

    Stillkissen helfen dir, dein Baby in der perfekten Position zum Stillen zu halten. Deine Armen werden entlastet und weniger müde.

  • Stilltücher

    : Ein Stilltuch oder ein Stillschal kann dir Privatsphäre geben, wenn du mal in der Öffentlichkeit stillen musst. Dein Baby bekommt seine Nahrung als auch genau dann, wenn ihr nicht zuhause seid. Statt einem Stilltuch kannst du auch ein Mulltuch verwenden.

  • Babyflasche:

    Früher oder später benötigst du jemanden, der dir bei der Fütterung hilft. Vielleicht bist du beruflich verhindert, krank, oder dein Partner möchte auch mal füttern: Um eine Babyflasche kommst du nicht herum.

  • Aufbewahrungsbeutel für Muttermilch:

    Damit kann Muttermilch gelagert werden. Im Kühlschrank oder sogar im Tiefkühler ist der Notfall-Muttermilchvorrat sicher aufbewahrt.

Referenzen:

(1) https://www.cochrane.org/CD003519/PREG_early-skin-skin-contact-mothers-and-their-healthy-newborn-infants
(2) https://www.who.int/news-room/q-a-detail/breatfeading
(3) https://www.infantjournal.co.uk/pdf/inf_054_ers.pdf
(4) https://www.jpeds.com/article/S0022-3476(17)30946-0/fulltext
(5) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23721722/
(6) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10049984/
(7) https://academic.oup.com/ajcn/article-abstract/32/9/1962/4692474
(8) https://www.npeu.ox.ac.uk/research/projects/8-breastfeeding-and-child-outcomes
(9) http://anon-ftp.iza.org/dp6697.pdf
(10) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5939873/
(11) http://www.stillfoerderung.ch/logicio/pmws/stillen__stillen_3__de.html
(12) https://www.whattoexpect.com/first-year/breastfeeding/cluster-feeding/
(13) https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/mastitis/symptoms-causes/syc-20374829
(14) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9240917
(15) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16580279
(16) https://www.nhs.uk/conditions/pregnancy-and-baby/breastfeeding-diet/

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